Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Weinraute


© Foto: DHU

Ruta graveolens –  Weinraute

Familie:  Rautengewächse (wiss.: Rutaceae)

Volkstümliche Namen: 

Edelraute, Gartenraute, Kreuzraute, Totenkräutel, Weinkraut

Früher „verbesserten“ Winzer schlechten sauren Wein durch Weinraute. Heute findet die Pflanze wegen seiner wertvollen ätherischen Öle auch Verwendung  in der Parfümindustrie. Das deutsche Wort Raute stammt direkt vom lateinischen ruta ab,  der Artzusatz graveolens = stark duftend weist auf den kräftigen Geruch hin.

So sieht sie aus:

Die strauchartige, giftige Pflanze kann bis zu 1 Meter groß werden. Sie trägt fein verteilte, blaugrüne, lanzettförmige Blätter. Von Juni bis August blühen die gelben, in Dolden geordnete Blüten. Die kugeligen Früchte sind etwa 1 Zentimeter groß. Die Pflanze verströmt einen pfeffrigen Duft.

Da wächst sie:

Gern an warmen Standorten, bevorzugt auf trockenem Boden mit etwas Kalk und Steinen. 

Ihre Wirkstoffe:

Cumarine,  Furanocumarine,  Furanochinolinal-kaloide und das Flavonoid Rutin.

Ihr Geheimnis:

Der Verfasser des „Neuw Kreuterbuch“, Tabernaemontanus (1522 bis 1590), rät Frauen vom Genuss der Raute ab. „den Weibern aber mehret sie die Lust zur Unkeuschheit, deretwegen die geistlichen Weibspersonen, Jungfrauen und Wittiben (Witwen) den Gebrauch der Rauten fliehen sollten“.

Die Bedeutung von Ruta graveolens in der Homöopathie:

Leitsymptome: Das Mittel wirkt vor allem auf die Augen und die Sehnen. Die Betroffenen fühlen sich schwach, kraftlos und wie zerschlagen.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Ruta wirkt bei Quetschungen, Prellungen, Verrenkungen, körperlicher Überanstrengung, Krampfaderleiden und Rheumatismus besonders der Wirbelsäule.

Es wird weiterhin bei Augenbeschwerden eingesetzt, die durch eine Überanstrengung der Augen bedingt sind.

Bedeutung von Ruta graveolens in der Phytotherapie:

Traditionell wurden das Kraut bei vielen Beschwerden wie Menstruationsstörungen oder Entzündungen von Mund und Rachenraum eingesetzt. Die Droge bewirkt eine Kontraktion der Gebärmutter und kann Fehlgeburten auslösen.

Eine therapeutische Anwendung wird aufgrund der Giftigkeit abgelehnt.