Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Breit-Wegerich


© Foto: DHU

Plantago major – Breit-Wegerich

Familie: Wegerichgewächse (wiss.: Plantaginaceae)

Volkstümliche Namen:

Großer Wegerich, Breiter Wegerich, Sohlenkraut, Wegebreit, Wegetritt

Er begleitet den Menschen gleich doppelt. Einerseits wächst der Wegerich gern da, wo wir gehen. Andererseits ist er seit Jahrtausenden ein heilender Weggefährte. Er galt bei den Germanen als Heilschatz, war später im Mittelalter die Nr. 1 unter den Heilkräutern. Sein Gattungsname Plantago stammt vom lateinischen planta =  Fußsohle ab weil er auf Wegen wächst hin. In der deutschen  Endsilbe rich steckt das althochdeutsche Wort rih = König. Also etwa Wegherrscher.

So sieht er aus:

Die in einer grundständigen Blattrosette angeordneten Laubblätter sind breit eiförmig und bis zu zwölf Zentimeter lang. Der aufrechte, stielrunde Blütenschaft trägt von Mai bis Oktober eine lineal-walzliche Blütenähre, mit kaum zwei Millimeter langen Blüten.

Da wächst er:

Die ausdauernde Pflanze ist extrem widerstandsfähig und wächst daher sogar zwischen Pflastersteinen. Lieber allerdings an Wegen (Wiesen, Äckern) oder Feldrändern.

Seine Wirkstoffe:

Iridoidglykoside wie Aucubin und Catalpol; Polysaccharide, Flavonoide, Kaffeesäureester, Mineralstoffe

Sein Geheimnis:

Die Blätter des Wegerichs lindern die Beschwerden nach einem Insektenstich. Blätter zwischen den Fingern zerdrücken, die Stichstelle damit einreiben.

Die Bedeutung von Plantago major in der Homöopathie:

Leitsymptome: Besonders auffällig sind die neuralgischen Schmerzen des Gesichts, der Ohren und der Zähne, wobei sich der Schmerz zwischen Zähnen und Ohren hin und her bewegt. Zahnschmerzen können von vermehrtem Speichelfluss begleitet sein. Selbst beim gewohnten Raucher kann eine Abneigung gegen Tabak erzeugt werden.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Plantago lindert Schmerzen im Kopfbereich, hilft bei nächtlichem Einnässen, Durchfall sowie Hautausschlägen.

Die Bedeutung von Plantago major in der Phytotherapie:

Die Droge hilft bei Katarrhen der Luftwege und wird äußerlich in Form von Spülungen bei Entzündungen der Schleimhaut, vor allem im Mund-Rachen-Bereich, eingesetzt.

Terra Medica® und Plantago Major:

Der Breit-Wegerich gehört bei uns in Terra Medica® nicht gerade zu den auffälligen Kulturen. Die niedrig am Boden wachsende  Pflanze ist durch ihre breiten Blätter leicht zu erkennen. In den Arzneipflanzenkulturen wird er im Frühjahr im Gewächshaus vorkultiviert und dann auf das Feld gepflanzt. Da die Blütezeit über den ganzen Sommer andauert kann die Kultur mehrmals beerntet werden. Der Ernteteil ist das „blühende Kraut“.