Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Tausendgüldenkraut


© Foto: DHU

Centaurium erythraea – Echtes Tausendgüldenkraut

Familie: Enziangewächse (wiss.: Gentianaceae)

Volkstümliche Namen:

Bitterkraut, Fieberkraut, Roter Aurin, Kopfiges Tausendgüldenkraut

Das echte Tausendgüldenkraut wird gleich mehrfach geehrt. Verdientermaßen! Im Jahre 2003 zeigte die Schweizer Post ihre herrlichen Blüten auf einer Briefmarke (1,30 Franken). Ein Jahr später bekam es die Auszeichnung „Heilpflanze des Jahres 2004“. Der deutsche Name beruht wohl auf einer falschen Auslegung des Namens Centaurium als vom lateinischen centum (hundert) abstammend, aus dem Volksmund tausend wurde, und aurum (Gold). Ihren lateinischen Namen verdankt sie dem heilkundigen Kentauren Cheiron, ein Fabelwesen, das halb Mensch und halb Pferd war. Der Artzusatz weist auf die rötliche Farbe der Blüten hin.

So sieht es aus:

Der aufrechte, vierkantige Stängel mit seinen sitzenden, kreuz gegenständigen Blättern wird nur 10 bis 50 Zentimeter hoch. Die zart bis kräftig rosaroten Blüten stehen von Juni bis Oktober als lockere Trugdolden. Sie öffnen sich nur bei Wärme und Sonnenschein.

Da wächst es:

Verbreitet ist das anpassungsfähige Kraut über ganz Europa, Nordafrika, Nordamerika und Vorderasien. Es liebt Wärme, wächst auf mäßig feuchten Wiesen und Waldlichtungen, gern auf nährstoff- und basenreichen Ton- und Lehmböden. 

Seine Wirkstoffe:

Bitterstoffe, Harz, Xantone, Triterpene, Flavonoide, ätherisches Öl.

Sein Geheimnis:

Die beiden Inhaltsstoffe Centapikrin und Desacetylcentapikrin sind zwar nur in Spuren vorhanden, gehören aber zu den weltweit bittersten natürlichen Substanzen mit Bitterwerten von circa 4.000.000.

Die Bedeutung von Centaurium erythracea in der Homöopathie:

Leitsymptome: Eine generelle Appetitlosigkeit, verbunden mit leichter Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit kennzeichnet viele Centaurium-Patienten.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Centaurium hilft bei einer mangelnden Produktion von Magensäften.

So hilft es in der Pflanzenheilkunde: Bei Appetitlosigkeit, dyspeptischen Beschwerden, Sodbrennen. 

Die Bedeutung von Centaurium erythracea in der Phytotherapie:

Als bitteres Tonikum hilft das Kraut bei Appetitlosigkeit und Verdauungsproblemen.