Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Sumpfporst


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Ledum palustre – Sumpfporst

Familie: Heidekrautgewächse (wiss: Ericaceae)

Volkstümliche Namen:

Altseim, Bienenheide, Borse, Mutterkraut, Wilder Rosmarin

Der Sumpfporst wurde früher der Gattung Ledum zugeordnet. Mittlerweile zählen ihn die Botaniker zur Gattung der Rhododendren und nennen ihn Rhododendrum tomentosum. Die filzige Behaarung hat der Pflanze ihren ursprünglichen Gattungsnamen gegeben. Er leitet sich vom griechischen Wort ledos = Wollstoff ab. Der Artzusatz palustre verrät, dass sie in Sümpfen wächst.

So sieht er aus:

Der Strauch wird bis zu 1,50 Meter groß. Seine lanzettförmigen Blätter verleihen dem Sumpfporst eine filigrane Eleganz. Um sich vor Frost und Schnee zu schützen, rollt er sie im Winter ein. Die schneeweißen bis zart rosafarbenen Blüten sitzen in einer endständigen Dolde und haben fünf Blütenblätter. Sie zeigen sich von Mai bis Juni in voller Pracht.

Da wächst er:

Der Sumpfporst wächst in Hochmooren und Moorwäldern. Durch deren Trockenlegung ist er sehr selten geworden. Deshalb findet man die Heilpflanze nur noch gelegentlich in Norddeutschland, in Skandinavien, im Baltikum, in Asien und Nordamerika. In vielen Ländern steht der Sumpfporst auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten – und ist deshalb geschützt.

Seine Wirkstoffe:

Ätherisches Öl mit den sogenannten Sesquiterpenalkoholen Ledol (Porstkampfer) und Palustrol, Catechingerbstoffe und Flavonoide aus den getrockneten, beblätterten Zweigspitzen.

Seine Geheimnisse:

Beim Einatmen können seine intensiv nach Kampfer duftenden ätherischen Öle Schwindel- und Rauschzustände auslösen. Die Wikinger nutzten diese Wirkung und brauten ihr „Grutbier“ statt mit Hopfen mit den würzigen Sumpfporst-Blättern. Noch heute sind die Skandinavier – vor allem die Dänen – Ledum-Fans und setzen die Pflanze einem teuren Edelbrand zu.

Die Bedeutung von Ledum palustre für die Homöopathie:

Leitsymptome: Charakteristisch ist die ausgeprägte Kälte der betroffenen Stellen. Die Patienten haben einen Mangel an Lebenswärme. Im Widerspruch dazu verschlechtert örtliche Wärme (z.B. warme Umschläge, warmes Bett) die Beschwerden. Die schmerzende oder verletzte Körperstelle braucht Abkühlung oder kalte Umschläge.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Ledum wird eingesetzt bei punktförmigen Stich- und Bisswunden, die kalt sind und sich evtl. infizieren, z. B. nach Insektenstichen, Tierbissen, und auch nach anderen Stichwunden, z. B. durch Splitter, Dornen, Nägel.

Ledum ist auch ein Mittel bei Rheuma und Gicht, z. B. bei kreuzweise auftretenden Schmerzen: Wenn z. B. das linke Schultergelenk und das rechte Hüftgelenk betroffen sind. Die Schmerzen ziehen von unten nach oben.

Weitere Anwendungsgebiete sind Entzündungen der Atemwege; Haut- und Schleimhautblutungen.

So hilft er in der Pflanzenheilkunde: In Rheumasalben wirkt Ledum palustre effektiv bei Muskel- und Gelenkschmerzen.

Terra Medica® und Ledum palustre:

Ledum palustre stellt besondere Ansprüche an seinen Lebensraum, heute können wir die Art noch nicht erfolgreich kultivieren. Wir nehmen diese Herausforderung jedoch gerne an, um zukünfig auch Ledum palustre in Terra Medica® ernten zu können.