Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Strophanthus gratus


© Foto: DHU

Strophanthus gratus – Strophantus

Familie: Hundsgiftgewächse (wiss.: Apocynaceae)

Der schottische Missionar und Afrikaforscher Dr. David Livingstone (1813 bis 1873) machte die medizinische Wirkung der afrikanischen Liane Mitte des 19.Jahrhunderts in Europa bekannt. Auf einer seiner Expeditionen hatte nämlich der junge Botaniker Sir John Kirk (1832 bis 1922) 1859 entdeckt, dass der Extrakt ihrer Samen seine Herzbeschwerden deutlich besserten. Der Gattungsname setzt sich aus den griechischen Wörtern strophos = gedrehtes Seil oder Band und anthos = Blüte zusammen und verweist auf die zusammengedrehten, bandartigen Kronzipfel. Das lateinische Wort gratus bedeutet anmutig, lieb.

So sieht sie aus:

Die Liane bildet mit ihren langen, dünnen Rutenzweigen dichte Büsche. Findet sie aber einen Baum als Stütze, wächst sie rasend schnell bis in die Krone empor. Stängel und Zweige kennzeichnen weiße Rindenrisse, ihre Blätter sind eiförmig. Die trichterförmigen, weißlich bis rötlich überlaufenen Blüten sitzen in Trugdolden.

Da wächst sie:

Im tropischen Afrika.

Ihre Wirkstoffe:

Herzwirksame Cardenolidglykoside, wie g-Strophanthin mit dem Aglykon Strophanthidin.

Ihr Geheimnis:

Der Extrakt der Samen wird in Westafrika zur Jagd als Pfeilgift eingesetzt. Als Gegengift wird die Rinde des Affenbrotbaumes verwendet.

Die Bedeutung von Strophantus gratus in der Homöopathie:

Leitsymptome: Sehr oft kommt es zu Kopfschmerzen, die mit dem Sehen von Doppelbildern verbunden sind. Es kann heftiges Herzklopfen auftreten, das den Atem raubt. Typisch sind auch juckende Hautausschläge.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Strophantus hat sich bewährt bei Lampenfieber, nervösen Herzbeschwerden, Herzschmerzen durch Mangeldurchblutung, auch bei allergisch bedingten Kreislaufreaktionen.

So hilft sie in der Pflanzenheilkunde: Bei funktionellen Herzbeschwerden, Extrasystolen.

Die Bedeutung von Strophantus gratus in der Phytotherapie:

In der Notfallbehandlung können gereinigte und standardisierte Extrakte bei Herzinsuffizienz eingesetzt werden. Als Drogenextrakt der ganzen Pflanze ist Strophantus für den Notfalleinsatz ungeeignet.