Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Seidelbast, Gewöhnlicher


© Foto: DHU

Daphne mezereum – Gewöhnlicher Seidelbast

Familie: Seidelbastgewächse (wiss.: Thymelaeaceae)

Volkstümliche Namen:

Kellerhals, Gewöhnlicher Seidelbast, Berg-Pfeffer

Erst riechen wir ihn, dann sehen wir ihn. Der Seidelbast duftet ungewöhnlich stark und süßlich. Sein Name leitet sich etwas kompliziert ab. Er geht vermutlich zurück auf Daphne, die Tochter des griechischen Flussgottes Peneus. Sie wurde von Zeus in einen Lorbeerbaum verwandelt, als Apoll, Zeus‘ Sohn, von seiner Liebe zu ihr nicht lassen konnte. Und Seidelbastblätter ähneln denen des Lorbeerbaums. Der Artzusatz mezereum stammt vom persischen Wort mazeriyn = töten ab. Es wird angenommen, dass sich der Wortteil  Seidel von Zeidler = Bienenzüchter ableitet und bast sich auf die früherer Schnurherstellung bezieht.

So sieht er aus:

Der sommergrüne Strauch wird bis zu 1,50 Meter hoch. Die Blätter sind kahl und lanzettlich. Die sich vor dem Blattaustrieb entfaltenden rosa- bis purpurroten Blüten sitzen meist in Büscheln. In milden Wintern blühen sie oft schon im Februar, sonst erscheinen sie im März oder April. Die länglich-eiförmige Beere ist scharlachrot. Die ganze Pflanze ist hochgiftig, auch schon bei bloßer Berührung.

Da wächst er:

Die eurosibirische Pflanze liebt schattige aber auch lichte Laub- und Mischwälder und gedeiht gut auf fruchtbaren, feuchten und kalkhaltigen Böden.

Seine Wirkstoffe:

Diterpenester wie Daphnetoxin und Mezerein; Daphnin, Flavonoide.

Sein Geheimnis:

Weil er so früh im Jahr blüht, ist er eine wichtige Nektarquelle für Bienen und Hummeln.

Die Bedeutung von Daphne mezereum in der Homöopathie:

Leitsymptome: Charakteristisch sind entzündliche, juckende und brennende Hauterkrankungen mit Krustenbildung sowie stark brennende, einschießende Nervenschmerzen. Diese Beschwerden sind vor allem im Gesicht oder im Bereich des Oberkörpers lokalisiert und entwickeln sich oft nach einer Gürtelrose. Sie bleiben zum Teil über Jahre bestehen.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Mezereum ist ein bewährtes Mittel bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Gürtelrose, Lippenherpes, Impetigo oder Erysipel. Ein weiteres Hauptanwendungsgebiet sind Neuralgien wie Trigeminusneuralgie, Zahnneuralgie oder Zosterneuralgie.

Die Bedeutung von Daphne mezereum in der Phytotherapie:

Der stark giftige Seidelbast darf ausschließlich in homöopathischer Verdünnung eingesetzt werden.

Terra Medica® und Daphne mezereum:

Der Seidelbast ist eine sehr giftige Pflanze. Deshalb trägt sie hier bei uns in Terra Medica® ein rotes Schild. Zu sehen ist sie im Schattenhaus, in welchem wir den Lebensraum Wald nachahmen. Die Vermehrung erfolgt durch Samen, die sofort nach der Reife im Sommer in Aussaatschalen durchgeführt wird. Diese verbleiben direkt im Freien, wo sie bis zum Frühjahr keimen und zu kleinen Sämlingen heranwachsen. Die Pflänzchen werden danach in 8-er Töpfe pikiert und wieder ins Freie gestellt. Es ist von Vorteil die Töpfe ins Erdreich einzusenken. Der Ernteteil ist die „Rinde“, welche beim Rückschnitt mit einem Messer von den geernteten Zweigen geschält wird.