Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Schöllkraut


© Foto: DHU

Chelidonium majus –  Schöllkraut

Familie: Mohngewächse (wiss.: Papaveraceae)

Volkstümliche Namen:

Gemeines Schöllkraut, Gewöhnliches Schöllkraut, Gelbes Millkraut, Schällkraut, Goldwurz, Blutkraut, Schwalbenwurz, Tüfelsmilch, Wulstkraut

Wenn die Schwalben im Mai aus ihren Winterquartieren zurückkehren, öffnen sich die Blüten des Schöllkrautes. Wenn sie im Herbst verreisen, verwelkt die Pflanze. Ihren griechischen Gattungsnamen „Chelidonium“ trägt das Schöllkraut  also zu Recht – „Chelidon“ bedeutet Schwalbe. Schöllkraut selbst ist eine Verballhornung von „Schellkraut“, das sich von Chelidon ableitet.

So sieht es aus:

Die Pflanze wird meist 30 bis 50 Zentimeter hoch, kann aber auch einen Meter erreichen. Die Stängel sind rund bis kantig, hohl und zerstreut behaart, die zarten Laubblätter sind gefiedert. Schöllkraut blüht von Mai bis Oktober mit leuchtend gelben Blüten in lockeren Dolden. Bricht man ein Blatt oder den Stängel ab, tritt ein gelb-oranger Milchsaft aus. 

Da wächst es:

In ganz Europa, Mittel- und Nordasien und Nordamerika in Mauerritzen, an Wegrändern, Zäunen, Straßengräben und auf Schuttplätzen, auf nährstoff- und stickstoffreichen, lehmigen Böden.

Seine Wirkstoffe:

Etwa 30 verschiedene Alkaloide wie Coptisin, Chelidonin, Berberin, Sanguinarin, Protopin, Flavonoide, Carotinoide.

Sein Geheimnis: 

Gegen Sommerende öffnen sich die schotenähnlichen Früchte und lassen etwa 1,5 Zentimeter große Samen herausfallen. Diese haben gelblich weiße Anhängsel, die Ölkörper. Bei Ameisen außerordentlich begehrt. Denn sie enthalten viele fett- und zuckerhaltige Stoffe, die die Insekten als „Ameisenbrot“ verzehren. Die ungenießbaren Samen werden aus dem Bau geschleppt und wachsen dann längs der Ameisenstraßen.

Die Bedeutung von Chelidonium majus in der Homöopathie:

Leitsymptome: Das Mittel hat seinen Hauptbezug zur Leber und Galle. Typischerweise ist die Haut gelb gefärbt. Ein ständiger Schmerz unter dem unteren rechten Schulterblattwinkel weist eindeutig auf das Mittel.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Chelidonium wird bei Entzündungen, Steinbildungen und chronische Störungen des Leber-Galle-Systems, Entzündung der Atemorgane und des Rippenfelles sowie Rheumatismus eingesetzt.

Die Bedeutung von Chelidonium majus in der  Phytotherapie:

Die Extrakte der Pflanze werden bei krampfartigen Beschwerden im Bereich der Gallenwege und des Magendarmtraktes eingesetzt. Der gelbe Milchsaft wird äußerlich bei verschiedenen Hautbeschwerden wie beispielsweise Warzen aufgetragen.

Terra Medica® und Chelidonium majus:

Das Schöllkraut stellt, eine gute Nährstoffversorgung vorausgesetzt, keine besonderen Anforderungen an die Kulturbedingungen. Wir ernten gemäß HAB den frischen Wurzelstock mit den anhängenden Wurzeln im Spätherbst.