Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Schleifenblume, Bittere


© Foto: DHU

Iberis amara – Bittere Schleifenblume

Familie: Kreuzblütengewächse (wiss.: Brassicaceae)

Volkstümliche Namen:

Bitterer Bauernsenf, Grützblume

Ihre Inhaltsstoffe wurden erstmals vor rund 50 Jahren wissenschaftlich analysiert. Doch bereits im Altertum wussten Ärzte wie der Grieche Hippokrates von Kos (etwa 460 bis 370 v. Chr.) oder der in Pergamon geborene Claudius Galenus (129 bis 199 n. Chr.) sie als Mittel für die Wundheilung oder bei Magenbeschwerden zu schätzen. Ihren Namen erhielt sie von der iberischen Halbinsel, wo sie besonders in den Pyrenäen prächtig wächst. Der Artzusatz amara bedeutet bitter.

So sieht sie aus:

Die Pflanze kann zehn bis 40 Zentimeter hoch werden. Die Stängel sind aufrecht, kurzhaarig und haben längliche, beidseits 2-3-zähnige Blätter. Die schleifenartigen Blüten in doldentraubigen Blütenständen sind klein, weiß oder blass-rötlich hautrandig. Sie blühen von Mai bis August.

Da wächst sie:

Iberis amara kommt bevorzugt im gesamten Mittelmeerraum vor, aber auch in Südengland, im Kaukasus oder in Algerien. Sie ist aber eher selten. Die Pflanze mag Getreideäcker und warme, meist kalkhaltige Böden, auch steinige Lehm- oder Lössböden. In Deutschland ist sie auf Äckern des Saar-, Mosel- und Rheintales zu finden.

Ihre Wirkstoffe:

Bittere Triterpene  wie Ibamarin, Cucurbitacin E und I, Kämpferol- und Senfölglykoside, in den Samen fettes Öl.

Ihr Geheimnis:

Ihre  Verwandten sind Rettich, Kohl und Senf.

Die Bedeutung von Iberis amara in der Homöopathie:

Leitsymptome: Typisch ist  der Bezug zum Herz. Besitzt große Wirksamkeit bei Herzerkrankungen. Die Patienten  sind traurig und besitzen ein seufzendes, ängstliches und zitterndes Gemüt.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Iberis amara lindert Herzbeschwerden wie Herzrhythmusstörungen und wird bei Herzschwäche eingesetzt.

Die Bedeutung von Iberis amara in der Phytotherapie:

Traditionell wird die Pflanze als bitteres Tonikum zur Magensaftsekretion bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Weiterhin wirkt es choleretisch.

Terra Medica® und Iberis amara:

Die Schleifenblume wird bei uns in Terra Medica® im Frühjahr in Multitopfplatten vorkultiviert. Nach ca. vier Wochen wird sie ins Abhärtungshaus gestellt und so – bis zum Auspflanzen – an die Außentemperatur gewöhnt. Die Blütezeit liegt im Sommer. Wenn der Samenstand gut abgetrocknet ist, wird die Pflanze geerntet und in einer Halle zum völligen Abtrocknen ausgelegt. Im Herbst wird der „Samen“ gereinigt, da dieser auch der Ernteteil ist.