Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Robinie


© Foto: H. Zell

Robinia pseudoacacia – Robinie, Gewöhnliche Scheinakazie

Familie: Schmetterlingsblütler (wiss.: Fabaceae)

Volkstümliche Namen:

Scheinakazie, Falsche Akazie, Gewöhnliche Robinie, Weiße Robinie, Silberregen

Der französische Hofgärtner, Apotheker und Botaniker Jean Robin (1550 bis 1629) brachte den dornigen Baum zu Beginn des 17. Jahrhunderts aus Nordamerika nach Europa mit, wo er zunächst als Akazie eingestuft wurde. Daher sein Artname. Fossilien zeigen aber, dass Robinien vor rund 30 Millionen Jahren im Miozän-Eozän schon einmal in Europa heimisch waren.

So sieht sie aus:

Der Baum wird bis zu 25 Meter hoch, hat eine rundliche, schirmartig-lockere Krone. Seine bis zu 30 Zentimeter langen Blätter sind gefiedert, die Nebenblätter wachsen zu Dornen aus. Von Mai bis Juni bilden die weißen Schmetterlingsblüten üppige, hängende Trauben, die angenehm nach Bergamotte und Jasmin duften. Die Samen stecken in Hülsen (im Volksmund auch als Schoten bezeichnet) – tatsächlich ist der Baum mit Erbsen und Bohnen verwandt.

Da wächst sie:

Ihre ursprüngliche Heimat sind die östlichen Gebiete Nordamerikas, doch heute hat sie sich über ganz Europa, Vorderasien und Nordafrika verbreitet. Sie stellt geringe Ansprüche an den Kalk- und Stickstoffgehalt der Böden, weil spezielle Bakterien an ihren Wurzeln Stickstoff aus der Luft binden.

Ihre Wirkstoffe:

Lectine in der Rinde und den Samen, ätherisches Öl und Flavonglykoside in den Blüten.

Ihr Geheimnis:

Robinienblüten liefern den Bienen enorm viel Nektar. Deshalb wird der Baum oft gezielt von Imkern angepflanzt, um den schwach gelblichen, sehr flüssigen Akazienhonig zu produzieren.

Die Bedeutung von Robinia pseudoacacia in der Homöopathie:

Leitsymptome: Im Mittelpunkt steht hier eine übermäßige Säureproduktion und seine Folgen wie Sodbrennen, Aufstoßen, Völlegefühl und Magendrücken nach dem Essen, Erbrechen und Darmkoliken.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Robinia wird vor allem bei einer Übersäuerung des Magens sowie Blähungen und Blähungskoliken eingesetzt.

So hilft sie in der Pflanzenheilkunde: Bei Harn- und Gallenproblemen, Brechreiz, Magenschmerzen.

Terra Medica® und Robinia pseudoacacia:

Die Robinie findet man bei Terra Medica® in den Gehölzreihen und in unserem Hamamelisgelände in Durlach-Aue. Der Ernteteil ist die „Rinde". Die zum Teil stattlichen Bäume werden gefällt und die noch unverborkten Äste in ca. 30 cm lange Stücke geschnitten. Anschließend wird die Rinde von Hand mit Schälmessern geschält. Die Vermehrung erfolgt über Stockausschläge, die in 2-3 Jahren wieder zu jungen Bäumen heranwachsen.