Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Sanguinaria canadensis


© Foto: DHU

Sanguinaria canadensis – Kanadische Blutwurzel

Familie: Mohngewächse (wiss.: Papaveraceae)

Volkstümliche Namen:

Rote Blutwurz

Wegen der einzigartigen Schönheit ihrer strahlend weißen Blüten galt die Kanadische Blutwurzel im 18. Jahrhundert als Perle in jedem Garten. Ihr Gattungsname Sanguinaria ist vom lateinischen Wort sanguis = Blut abgeleitet und weist auf den rötlichen Saft der Wurzel hin. Der Artzusatz canadensis auf ihre ursprüngliche Heimat.

So sieht sie aus:

Die zähe Pflanze wird nur bis zu 10 Zentimetern hoch. Sie hat einen holzigen, kriechenden Wurzelstock, der einen rötlichen Milchsaft enthält. Aus dem Wurzelstock spriesst pro Jahr ein einziges, handförmiges Blatt mit sieben Lappen und ein etwa 25 cm hoher Stängel. Dieser trägt von März bis Mai eine einzige weiße, anemonenartige Blüte, deren Unterseite von orange bis violett gefärbten Nerven durchzogen ist.

Da wächst sie:

In der Osthäfte Nordamerikas an der Atlantikküste bis hinunter nach Florida. Sie braucht feuchte, helle Standorte, gern in lichten Wäldern. Verbreitet wird die zierliche Pflanze durch Ameisen, die den Samen als Nahrung in ihren Bau schleppen und einlagern.

Ihre Wirkstoffe:

Isochinolinalkaloide wie Sanguinarin und Chelerythrin, Berberin, Coptisin, Protopin.

Ihr Geheimnis:

Den Wurzelsaft nutzten einst die Indianer, um ihre Körper zu bemalen und zur Insektenabwehr.

Die Bedeutung von Sanguinaria canadensis in der Homöopathie:

Leitsymptome: Typisch ist der große Einfluss auf die Schleimhäute, die meist trocken sind. Füße und Handflächen brennen heiß. Kopfweh im Nacken beginnend, über den Kopf ziehend und sich über den Augen, besonders dem rechten, festsetzend. Sanguinaria ist ein vorwiegend rechtsseitiges Mittel.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Sanguinaria lindert migränöse Kopfschmerzen, Beschwerden der Wechseljahre, z.B. Hitzewallungen mit Gesichtsrötungen und hilft außerdem bei  Rheumatismus und Entzündungen der Atmungsorgane.

Die Bedeutung von Sanguinaria canadensis in der Phytotherapie:

Traditionell wird die Pflanze als expektorierendes und krampflösendes Mittel bei Bronchitis und anderen Erkrankungen der oberen Luftwege verwendet. Es ist weiterhin in Mundwässern und Zahnpasta als Mittel gegen Plaquebildung und Zahnfleischentzündung gebräuchlich. Von einer Langzeitanwendung als Phytotherapeutikum ist aufgrund seiner Giftigkeit  abzuraten.