Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Ruhrkraut, Vielköpfiges


© Foto: DHU

Pseudognaphalium obtusifolium – Vielköpfiges Ruhrkraut

Familie: Korbblütler (wiss.: Asteraceae)

Volkstümliche Namen:

Stumpfblättriges Scheinruhrkraut

Die blühende Pflanze war in den USA im 19. Jahrhundert äußerst beliebt als Topfblume. Heute wird sie mehr geschätzt wegen ihrer heilenden Eigenschaften. Ihr Name geht zurück auf das griechische Wort „gnaphalon“ für Wollsträhne und verweist auf das dichte Haarkleid der Blätter. Ihren deutschen Namen trägt sie, weil sie früher ein Mittel gegen die Ruhr war. In der Homöopathie ist die Pflanze auch als Gnaphalium polycephalum bekannt. Sowohl „obtusifolium“ wie auch „polycephalum“ bedeuten vielköpfig.

So sieht es aus:

Die wohlriechende Pflanze mit ihren lanzettlichen Blättern wird bis zu 90 Zentimeter hoch. Die weißen Blütenköpfe stehen von Juni bis September in Dolden an der Spitze der Zweige. Sie sind vor dem Aufblühen eiförmig, später verkehrt-eiförmig.

Da wächst es:

Im östlichen Nordamerika auf nährstoffarmen Äckern und in Wäldern.

Seine Wirkstoffe:

Flavonoide, wie Gnaphalin und Obtusifolin, Enolether.

Sein Geheimnis:

Die Cherokee-Indianer setzten Ruhrkraut als Mittel gegen Muskelkrämpfe, lokal begrenzte Schmerzen und nervöse Zuckungen ein, die Choctaws stärkten mit ihm die Lunge und die Creek-Stämme benutzten es gegen Übelkeit und Erbrechen.

Die Bedeutung von Pseudognaphalium obtusifolium in der Homöopathie:

Leitsymptome: Im Vordergrund stehen die Taubheitsgefühle in den betroffenen Organsystemen.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Gnaphalium findet Einsatz bei Rheumatismus, Ischiasschmerz, Nervenschmerzen und Durchfallerkrankungen.

Die Bedeutung von Pseudognaphalium obtusifolium in der Phytotherapie:

Traditionell wird die Pflanze als wassertreibendes Mittel eingesetzt.