Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Pulsatilla pratensis


© Foto: H. Zell

Pulsatilla pratensis –  Wiesen-Küchenschelle

Familie:  Hahnenfußgewächse (wiss.: Ranunculaceae)

Volkstümliche Namen: 

Ackerschelle, Gemeine Küchenschelle, Kuhschelle, Bocksbart, Däiwelsbaart, Osterblume, Schlafblume, Windblume, Wolfspfote

Sie ist wunderschön anzuschauen, aber bei der Küchenschelle heißt es „Nicht anfassen!“ Denn eine Berührung kann leichte Hautausschläge auslösen. Getrocknet aber verliert sie ihre giftige Wirkung. Der Gattungsname „Pulsatilla“ stammt vom lateinischen „pulsare“ = schlagen, läuten und bezieht sich auf die Glockenform der Blüten, „pratensis“ lässt sich übersetzen als „auf einer Wiese wachsend“.

So sieht sie aus:

Die seltene, unter Naturschutz stehende Pflanze wächst auf ihren fein behaarten Stängeln bis zu 50 Zentimetern hoch. Sie hat zierlich gefiederte Blätter und große, glockenförmigen, schwarzviolette Blüten, die außen behaart sind.  Ihre Fruchtstände  besitzen auffällige silberne Härchen.

Da wächst sie:

Ihr Lebensraum sind kalkreiche Böden in lichten Kiefern-wäldern und Magerrasen. Sie mag Sonne, hat es lieber etwas wärmer.  

Ihre Wirkstoffe:

Ranunculin, Triterpensaponine.

Ihr Geheimnis:

Weil sie schon ab März blüht, ist sie eine wichtige Pflanze für die Bienen und Ameisen. Ihr süßlicher Nektar bietet bereits sehr früh im Jahr Nahrung.

Die Bedeutung von Pulsatilla pratensis in der Homöopathie:

Leitsymptome: Es ist vorwiegend ein Mittel für Frauen mit mildem, sanftem und nachgiebigem Temperament sowie launenhafter und wechselhafter Stimmung.  Pulsatilla-Menschen sind weinerlich veranlagt, können außerdem abends schlecht allein sein und fürchten die Dunkelheit.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Pulsatilla wird unter anderem bei Blasenentzündungen, Entzündungen der Atemwege und Neigung zu Erkältungen, Entzündungen und Störungen der Verdauungsorgane, Verdauungsschwäche, Störungen in der Schwangerschaft und Stillzeit und rheumatischen Erkrankungen eingesetzt.

Die Bedeutung von Pulsatilla pratensis in der Phytotherapie:

Die Droge wird traditionell  bei Erkrankungen und funktionelle Störungen der Genitalorgane, entzündlichen und infektiösen Erkrankungen der Haut und Schleimhäute, Erkrankungen und Funktionsstörungen des Magen-Darm-Traktes und der ableitenden Harnwege eingesetzt.

Die phytotherapeutische Anwendung von Zubereitungen aus der frischen Pflanze wird nicht empfohlen, da es zu Reizerscheinungen an Haut und Schleimhäuten (Jucken, Rötung, Blasenbildung) sowie Reizungen der Niere und der ableitenden Harnwege bei innerlicher Anwendung kommen kann.