Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Prunus spinosa


© Foto: H. Zell

Prunus spinosa – Schlehdorn

Familie: Rosengewächse (wiss.: Rosaceae)

Volkstümliche Namen:

Schlehe, Schwarzdorn, Heckendorn, Deutsche Akazie

Sie ist sehr eng mit der Pflaume, Aprikose, Zwetschge, Reneklode und Mandel verwandt. Deswegen trägt die Schlehe ihren Gattungsnamen „Prunus“ = Pflaume. Leicht zu ernten ist sie allerdings nicht. Sie sträubt sich dagegen mit harten Stacheln, worauf ja auch der Artzusatz spinosa = stachelig hinweist. Die althochdeutsche Bezeichnung „sleha“ bezeichnet eine bläuliche Frucht.

So sieht er aus:

Der Strauch mit seiner schwarzen Rinde kann bis zu 3 Meter hoch werden. Die Zeige enden in Dornen. Die weißen, zarten Blüten stehen von März bis April einzeln auf kurzen, kahlen Stielen. Sie duften angenehm nach Mandeln und sind essbar.

Da wächst er:

In Europa und Westasien, auch in Nordafrika. Er wächst meist wild am Waldrand, wird auch gern als stachelige Hecke um Grundstücke gepflanzt. Frost verträgt er bis minus 28 Grad.

Seine Wirkstoffe:

In den Blüten sind Flavonoide, Blausäureglykoside in Spuren, in den Früchten Gerbstoffe, Farbstoffe, Zucker, Vitamin C, in den Samen Blausäureglykoside.

Sein Geheimnis:

Die dunkelblauen, fast kirschgroßen Früchte des Schlehdorns reifen zwar ab September, sollten aber erst nach dem ersten Frost gesammelt werden, um daraus Schlehenschnaps, Gelees und Marmeladen zu gewinnen. Die Kerne sollten nicht mitgegessen werden, da sich ihre Inhaltsstoffe im Körper in Blausäure umwandeln können.

Die Bedeutung von Prunus spinosa in der Homöopathie:

Leitsymptome: Typisch ist der Bezug zu den Harnwegen und zum Kopf.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Prunus hat sich vor allem bei Nervenschmerzen, Harnentleerungsstörungen und Herzschwäche bewährt.

Die Bedeutung von Prunus spinosa in der Phytotherapie:

Die getrockneten reifen Früchte des Schlehdorns helfen als zubereitete Gurgellösung bei Entzündungen von Mund, Zahnfleisch und Rachen. Die Blüten dienen in Tees meist als Schmuckdroge.