Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Petroselinum crispum convar. crispum


© Foto: H. Zell

Petroselinum crispum convar. crispum – Blattpetersilie

Familie: Doldenblütler (wiss.: Apiaceae)

Volkstümliche Namen:

Peterling, Peterle

Wahrscheinlich ist die Pflanze ein früher Import der Römer nach Germanien, fand seinen Weg in die Küchen und Kräutergärten. Das Kochbuch des Apicius aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. etwa lobt das Kraut als Bestandteil einer pikanten Soße zum Hühnerfleisch. Es ist aber auch ein hochpotentes Heilkraut, das schon bei den Griechen zu den heiligen Pflanzen zählte. Der botanische Gattungsname Petroselinum leitet sich vermutlich aus dem griechischen petros = Felsen und selinon = Sellerie ab.

So sieht sie aus:

Die Pflanze wird 30 bis 90 Zentimeter hoch. Ihre würzigen, dunkelgrünen, je nach Sorte glatten oder gekrausten Blätter sind bis zwei Zentimeter lang und 2- bis 3-fach gefiedert. Die gelblich-grünen Blüten stehen von Juni bis Juli in Dolden.

Da wächst sie:

Die Pflanze stammt wahrscheinlich ursprünglich aus Südost-Europa und kommt an feuchten und halbschattigen Standorten vor. Sie ist nicht kälteempfindlich.

Ihre Wirkstoffe:

Ätherisches Öl mit Phenylpropanen wie Apiol, Myristicin und Allyltetramethoxybenzol; Pinen, Phellandren; Flavonoide wie Apiin, Furanocumarine, Fettes Öl mit Petrosilinsäure, Phthalide und Polyine wie Falcarinol.

Ihr Geheimnis:

Im Mittelalter hieß es: „Petersilie bringt den Mann aufs Pferd und die Frau unter die Erd“. Denn das ätherische Petersilienöl war lange Jahrhunderte ein volkstümliches Abtreibungsmittel, galt aber auch als Aphrodisiakum. Bordelle standen einst gern in „Peterles Gässchen“...

Die Bedeutung von Petroselinum crispum convar. crispum in der Homöopathie:

Leitsymptome: Ein plötzlicher heftiger Harndrang, ein Beißen, Kitzeln und Jucken in der Harnröhre sind Schlüsselanzeichen.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Petroselinum ist ein gutes Mittel bei Harnwegsentzündungen und Reizblase.

Die Bedeutung von Petroselinum crispum convar. crispumin der Phytotherapie:

Petersilienblätter und -wurzel dienen meist als Bestandteile in Fertigarzneimitteln und Teemischungen als harntreibende Mittel zur Durchspülung bei Erkrankungen der ableitenden Harnwege und zur Vorbeugung und Behandlung von Nierengrieß.

Traditionell wird die Droge bei Beschwerden des Magen-Darm-Traktes und schmerzhaften Regelblutungen verwendet.

Terra Medica® und Petroselinum crispum convar. crispum

Die Petersilie wird bei uns in Terra Medica® im Spätsommer in Multitopfplatten ausgesät. Nach einer Woche zeigen sich die ersten Sämlinge, die dann noch ca. drei Wochen im Gewächshaus verbleiben. Danach werden sie im Abhärtungshaus für weitere drei Wochen an die Außentemperatur gewöhnt und schließlich ins Kalthaus ausgepflanzt. Die Pflanzen blühen erst im zweiten Jahr und somit können wir dann im folgenden Jahr die Ernte durchführen. Geerntet wird die „ganze Pflanze zu Beginn der Blütezeit“.