Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Osterluzei, Gewöhnlicher


© Foto: H. Zell

Aristolochia clematitis – Gewöhnliche Osterluzei

Familie: Osterluzeigewächse (wiss.: Aristolochiaceae)

Volkstümliche Namen:

Echte Osterluzei, Aufrechte Luzei, Aristolochia 

Die uralte Heilpflanze war früher in vielen Bauerngärten zu finden. Heute ist sie gebietsweise selten zu sehen, steht in mehreren Bundesländern auf der roten Liste. Griechische Ärzte setzten sie einst für starke Wehen ein. Daher trägt sie ihren Namen: Aristos = sehr gut, lochos = Geburt. Der Artname clematitis stammt vom griechischen klema = Ranke. Der deutsche Name Osterluzei hat nichts mit Ostern zu tun, sondern stellt die Verdeutschung aus Aristolochia dar.

So sieht sie aus:

Die ausdauernde Pflanze wird bis zu 100 Zentimeter groß. Ihr aufrechter, gelbgrüner Stängel ist krautig und kahl und riecht leicht fruchtig. Die Laubblätter sind etwa zehn Zentimeter lang, rundlich bis eiförmig, mit tief ausgebuchtetem, herzförmigem Grund. Die schwefelgelben Blüten stehen von Mai bis Juni in doldenähnlichen Wickeln.

Da wächst sie:

Ihre eigentliche Heimat ist das Mittelmeergebiet, der Kaukasus und Kleinasien. In Weinbaugebieten Mitteleuropas ist sie eingebürgert und verwildert. Die Osterluzei braucht einen sonnigen bis halbschattigen Platz und kalkhaltige, nährstoffreiche, lockere Lehmböden.

Ihre Wirkstoffe:

Aristolochiasäuren, Gerbstoffe, Phenolische Stoffe, ätherisches Öl.

Ihr Geheimnis:

Die Osterluzei ist eine Kesselfallenblume. Die Innenseite der tütenartigen Blumenöffnung ist durch einen Wachsüberzug so glatt, dass besuchende Insekten -vor allem Fliegen- in den Kessel am Blütengrund fallen. Abwärts gerichtete Haare verhindern ein Hinauskriechen. Erst wenn die Insekten die Narben am Grund des Blütenkessels bestäubt haben, erschlaffen die Haare und die Insekten können sich aus der Falle befreien. Beim Verlassen der Blüte werden sie mit Pollen der Staubbeutel überschüttet, was beim Besuch der nächsten Blüte zu deren Bestäubung führt.

Die Bedeutung von Aristolochia clematitis in der Homöopathie:

Leitsymptome: Das Mittel hat eine kräftige Wirkung auf die weiblichen Geschlechtsorgane, das venöse System, Harnwege und Haut.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Aristolochia bessert Regelbeschwerden, lässt kleinere Verletzungen schnell heilen.

Die Bedeutung von Aristolochia clematitis in der Phytotherapie:

Aristolochia-Zubereitungen werden wegen der giftigen Aristolochia-Säuren bis auf die Homöopathie seit 1981 nicht mehr eingesetzt.