Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Mistel, Weiße


© Foto: DHU

Viscum album – Weiße Mistel

Familie: Sandelholzgewächse (wiss.: Santalaceae)

Volkstümliche Namen:

Weißbeerige Mistel, Hexenbesen, Hexenkraut

Sie ist ein Glücksbringer zur Weihnachtszeit, die heilige Pflanze der Germanen und Kelten – kein anderes Gewächs ist von solchen Mythen umgeben wie die Mistel. Ihr lateinischer Gattungsname Viscum bedeutet Leim. Denn die Römer strichen den klebrigen Schleim der Beeren auf Äste, um Singvögel zu fangen. Der Artzusatz album bedeutet weiß. Der Name Mistel stammt vom Althochdeutschen Mistil = Mist ab und bezieht sich auf den Vogelkot, durch den die Samen ausgebreitet werden.

So sieht sie aus:

Der Halbschmarotzer treibt spezialisierte Wurzeln, sogenannte Haustorien, in die Wirtsbäume und zapft Wasser und Mineralsalze ab. Misteln können zu kugeligen Büschen mit bis zu einem Meter Durchmesser heranwachsen. Die winzigen gelbgrünen Blüten blühen von Februar bis April. Sie wachsen zu weißen Beeren heran, die z. B. von Misteldrosseln gefressen werden, die damit die Samen ausbreiten. 

Da wächst sie:

Am liebsten wohnt sie auf Laubbäumen seltener auf Nadelbäumen an basenreichen Standorten mit hoher Luftfeuchtigkeit in den gemäßigten Regionen von Skandinavien bis Mittel- und Südeuropa, Nordwestafrika, Südwest- und Zentralasien bis Japan.

Ihre Wirkstoffe:

Lektine wie Glykoproteine, Viscotoxine, Polysaccharide wie Galacturonane und Arabinogalactane, biogene Amine, Flavonoide, Lignane, Cyclitole wie Viscumitol, Phenolcarbonsäuren.

Ihr Geheimnis:

Sie galt bei den Kelten als Friedensstifterin. Eine Versöhnung wurde mit einem Kuss unterm Mistelzweig besiegelt. Daraus entwickelte sich der Brauch des Weihnachtskusses unter Misteln.

Die Bedeutung von Viscum album in der Homöopathie:

Leitsymptome: Typisch sind Schwindel, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, asthmaähnliche Beschwerden.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Viscum schützt bei Kopfweh im Stirn-Scheitel-Bereich, Bluthochdruck, Regelschmerzen und zu früher Menstruation, auch bei rheumatischen Beschwerden.

So hilft sie in der Pflanzenheilkunde: Bei Bluthochdruck, als Komplimentärtherapie bei Krebserkrankungen, Rheuma, Wechseljahresbeschwerden, Regelproblemen.

Die Bedeutung von Viscum album in der Phytotherapie:

Mistelextrakte und –präparate werden vorwiegend und meist als Injektion durch den Arzt zur unterstützenden Tumortherapie und bei degenerativen Entzündungen eingesetzt. Das Mittel ist nicht zur Eigenbehandlung gedacht.