Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Matricaria recutita


© Foto: H. Zell

Matricaria recutita –  Echte Kamille

Familie:  Korbblütler (wiss.: Matricaria chamomilla)

Volkstümliche Namen: 

Deutsche Kamille, Feldkamille, Hermel, Kleine Kamille, Mägdeblume

Die Kamille ist eine klassische „Ja, aber-Pflanze“: Ja, sie heilt, hat aber ein hohes Allergiepotenzial. Das Vorurteil stimmt so nicht. Allergische Reaktionen beruhen meist auf Verunreinigungen der Echten Kamille mit der Stinkenden Hundskamille, in der ein Kontaktallergen vorkommt. Der lateinische Name „matricaria“ weist auf den Einsatz der Kamille im Wochenbett („Mater = Gebärmutter) hin. Das Wort „Kamille" und ihr zweiter botanischer Name „Chamomilla“ leiten sich vom lateinischen „Chamaemelum = Erdapfel ab.

So sieht sie aus:

Die anspruchslose, krautige  Pflanze kann 20 bis 50 Zentimeter hoch werden. An den Stängeln sitzen zwei- bis dreifach gefiederte, grüne Blätter. Von Mai bis September blühen ihre Röhrenblüten goldgelb, die Zungenblüten weiß. Der kegelförmige Blütenboden ist hohl. Das unterscheidet die Echte Kamille von ihrer engen Verwandten, der Hundskamille.  

Da wächst sie:

Bevorzugt gedeiht sie auf Schwarzerde- und sandigen Lehmböden.

Ihre Wirkstoffe:

Ätherisches Öl mit ?-Farnesen, Chamazulen und  Sesquiterpenalkoholen, bes. -Bisabolol (mit den Oxidationsprodukten Bisabololoxid A, B und Bisabolonoxid); Polyacetylene wie En-in-Dicycloether,, Matricin , Flavonoide wie Apigenin-7-glykosid, Cumarine (Umbelliferon) sowie Schleimstoffe.

Ihr Geheimnis:

Den Germanen galt die Kamille als heilig: Sie weihten die Pflanze dem Lichtgott Baldur. Für die alten Ägypter war Kamille war die Blume des Sonnengottes Re.

Die Bedeutung von Matricaria recutita in der Homöopathie:

Leitsymptome: Typisch für Matricaria-Kinder ist, dass sie nicht wissen, was sie wollen. Das Kind beruhigt sich beim Umhertragen. Sie sind übellaunig, unruhig, sensibel, reizbar und ungeduldig, auch als Erwachsene.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Chamomilla ist hauptsächlich ein Therapiemittel der Kinderheilkunde und hilft bei Nabel- und Blähungskoliken, Zahnungsbeschwerden,  Entzündungen der Atemorgane sowie heftigen Schmerzzuständen.

Die Bedeutung von Matricaria recutita in der Phytotherapie:

Äußerlich wird die Droge bei Haut- und Schleimhautentzündungen sowie bakteriellen Hauterkrankungen einschließlich der Mundhöhle und des Zahnfleisches eingesetzt. Außerdem findet die Droge als Inhalationsmittel bei entzündlichen Erkrankungen und Reizzuständen der Luftwege und als Bäder und Spülungen bei Erkrankungen im Anal- und Genitalbereich Anwendung.

Innerlich wird die Droge bei Magenkrämpfen und entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Kanals eingesetzt.