Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Mariendistel


© Foto: DHU

Silybum marianum –  Gewöhnliche Mariendistel

Familie:  Korbblütengewächse (wiss.: Asteraceae)

Volkstümliche Namen:

Frauendistel, Milchdistel, Christi Krone, Donnerdistel, Fieberdistel, Heilandsdistel, Marienkörner oder Stechkörner

Die gewellten Blätter der Mariendistel sind von einem Geflecht weißer Adern durchzogen. Diese Zeichnung gab der Pflanze ihren deutschen Namen. Die religiösen Menschen des Mittelalters glaubten, die Äderung sei durch die Milch Marias entstanden, die sie beim Stillen verloren hat.?Der botanische Name ist vom griechischen sílybon oder sílybos abgeleitet, bedeutet Troddel oder Quaste. Der Artzusatz marianum bezieht sich wieder auf Maria.

So sieht sie aus:

Die bis zu zwei Meter hohe Distel  wird 1,50 bis 2 m hoch , ist sehr dornig. Die runden Stängel verzweigen sich ab der Mitte und sind nach oben fein behaart. Die Laubblätter sind 30 bis 40 cm lang, grün mit weißen Streifen entlang der Adern und dornig bezahnt. An den Stängelspitzen befinden sich purpurfarbene oder weiße Röhrenblüten, die eiförmige Köpfchen bilden. Die Mariendistel blüht von Juli bis August.

Da wächst sie:

Die Mittelmeerpflanze überlebt mit ihren tiefen Pfahlwurzeln auf kargen, steinigen Böden, auf Schuttplätzen oder auf Viehweiden. Sie liebt sonnige und warme Standorte im Süden Europas.

Ihre Wirkstoffe:

Der Bitterstoff Silymarin, Gerbstoff, Farbstoffe ätherisches Öl, biogene Amine, Harze. 

Ihr Geheimnis:

Die Mariendistel  gehört zur Notfallausrüstung auf einer Intensivstation. Denn ein Spezialauszug ihrer Wirkstoffe kann Menschen mit einer Vergiftung durch Knollenblätterpilze vor dem Tod bewahren. 

Die Bedeutung von Silybum marianum in der Homöopathie:

Leitsymptome: Appetitlosigkeit, Erbrechen und Übelkeit, die Neigung zur Verstopfung, Niedergeschlagenheit und Traurigkeit sind klassische Merkmale.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: In der Homöopathie setzen Ärzte die Mariendistel als „Carduus marianus“ bei Leber-Galle-Erkrankungen, Hämorrhoiden und Krampfaderleiden sowie Rheumatismus der Schulter und der Hüfte ein.

Die Bedeutung von Silybum marianum in der Phytotherapie:

Extrakte der Pflanze werden als Magenbitter bei Verdauungs- und Galleleiden eingesetzt. Durch ihre leberschützenden Eigenschaften können Drogenextrakte der Mariendistel unterstützend bei Leberproblemen angewendet werden.