Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Kermesbeere, Amerikanische


© Foto: DHU

Phytolacca americana –  Amerikanische Kermesbeere

Familie: Kermesbeerengewächse (wiss.: Phytolaccaceae)

Volkstümliche Namen: 

Amerika-Kermesbeere, Zehnmännige Kermesbeere

In vielen Gärten Süddeutschlands ist die Kermesbeere ein ungeliebter Dauergast. Denn einheimische Gewächse können  in ihrer Nachbarschaft kaum keimen. Der Gattungsname Phytolacca ist ein Mix aus dem griechischen „phyton“ =Pflanze und dem italienischen „lacca“ =Lack. Er bezieht sich auf den purpurroten Saft der Früchte. Das meint auch der deutsche Name „Kermes“, der ursprünglich aus dem persischen stammt.

So sieht sie aus:

Die ausdauernde Pflanze hat einen kahlen Stängel und wächst bis maximal 3 Meter in die Höhe. Die Blätter sind eiförmig und laufen spitz zu. Zweige und Blätter haben teilweise eine leicht dunkelviolette Färbung. Die weißen oder rosa Blüten sind in hängenden Trauben angeordnet und blühen von Juli bis September, die beerenartigen Früchte sind dunkelviolett.

Da wächst sie:

Ihre Heimat ist Nordamerika. Sie wächst heute aber weltweit bevorzugt auf nährstoffreichem Boden an sonnigen Standorten. 

Ihre Wirkstoffe:

Triterpensaponine, Lectine, Lignane, Betacyan-Farbstoffe.

Ihr Geheimnis:

In Frankreich, Spanien und Portugal wurde die Kermesbeere früher eingesetzt, um blasse Rotweine dunkler zu färben, auch zum Einfärben von Zucker. Deshalb wächst sie vereinzelt in der Nähe von Weinbergen. Zudem diente der Farbstoff Betacyan zum Färben von Textilien und Tinte.

Die Bedeutung von Phytolacca americana in der Homöopathie:

Leitsymptome: Mittel, das hauptsächlich auf Drüsen wirkt. Die Drüsen sind geschwollen, heiß und entzündet. Die Patienten fühlen sich ruhelos, wund und wie zerschlagen.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Phytolacca wird bei Hals- und Rachenentzündungen, Rheuma, Brustdrüsenentzündungen oder hochfieberhaften Infekten eingesetzt.

Bedeutung von Phytolacca americana in der Phytotherapie:

Traditionell wird die Droge innerlich bei Rheuma und Schleimhautentzündungen sowie äußerlich bei entzündlichen  Hautbeschwerden eingesetzt.