Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Herzgespann, Echtes


© Foto: DHU

Leonurus cardiaca – Echtes Herzgespann

Familie: Lippenblütler (wiss.: Lamiaceae)

Volkstümliche Namen:

Herzgold, Herzheil, Herzkräutel, Löwenschwanz

Früher war das Herzgespann der Stolz vieler Bauerngärten. Weil seine Scheinähren aussahen wie der Schwanz eines Löwen, erhielt es seinen Gattungsnamen. Er setzt sich aus den griechischen Wörtern Leon = Löwe und Ura = Schwanz zusammen. Cardiaca bezieht sich darauf, dass die Pflanze bei Herzleiden (lat.: cardia = Herz) eingesetzt wurde.

So sieht es aus:

Die ausdauernde Pflanze hat einen hohlen, vierkantigen, oft rotvioletten Stängel mit lang gestielten Blättern, der bis zu 1,50 Meter hoch werden kann. Die Blüten bilden von Juni bis September dichte, reichblütige Scheinquirle, die sich in kurzen Abständen übereinander an den Hauptstängeln zu dicht beblätterten Scheinähren vereinigen. Ihre Krone ist fleischrosa und zottig behaart.

Da wächst es:

Ursprünglich stammt die Pflanze vermutlich aus den gemäßigten Zonen Asiens. Doch heute wächst sie überall in Europa auf trockenen, sonnigen, stickstoffreichen und lockeren Böden. Anspruchsvoll ist sie wirklich nicht. Sie siedelt sich sogar auf Schutt an.

Seine Wirkstoffe:

Alkaloide wie Stachydrin und Betonicin,  Leonurin, die Iridoidglykoside Ajugol, Ajugosid und Galiridosid, Flavonoide, Gerbstoffe.

Sein Geheimnis:

Bienen und Hummelarten lieben die Pflanze.

Die Bedeutung von Leonurus cardiaca in der Homöopathie:

Leitsymptome: Im Mittelpunkt der Arznei steht der Bezug zum Herzen.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Leonurus cardiaca beruhigt Herzbeschwerden bei Blähsucht und bei Schilddrüsenerkrankung.

Die Bedeutung von Leonurus cardiaca in der Phytotherapie:

Als Herztonikum hilft es beispielsweise in Form eines Aufgusses bei nervösen Herzbeschwerden, auch als unterstützendes Mittel im Rahmen einer Schilddrüsenüberfunktion.

Terra Medica® und Leonurus cardiaca

Bei uns in Terra Medica® wir das Herzgespann im Frühjahr in Multitopfplatten ausgesät und später ins Freiland ausgepflanzt. Ernteteil ist das „blühende Kraut“, welches Anfang August manuell mit der Sichel geerntet wird.