Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Goldrute, Echte


© Foto: DHU

Solidago virgaurea –  Echte Goldrute

Familie:  Korbblütler (wiss.: Asteracea)

Volkstümliche Namen:

Gewöhnliche Goldrute, Heidnisch Wundkraut, Himmelbrand, Goldene Jungfrau, Schoßkraut, Ochsenbrot, Petrusstab

Bereits die Germanen nutzten die Goldrute als heilendes Wundkraut. Seit etwa 700 Jahren ist sie als Mittel gegen Blasenbeschwerden bekannt. Solidago kommt vom lateinischen solidare = befestigen, virga = Rute, aureus = golden, vergoldet; vermutlich hat das Aussehen der Pflanze ihr den Namen gegeben.

So sieht sie aus:

Die Pflanze wächst mit ihren schwach gerillten, grüngelb bis rötlich, oft weißlich bereiften Stängeln bis zu einem Meter hoch. Die elliptischen Blätter sind lang zugespitzt, ihr Rand scharf gesägt und besonders unten behaart. Die üppigen, goldgelben Blütenköpfe stehen im Spätsommer oft in zusammengesetzten, gekrümmten Trauben und haben eine dachziegelartige Hülle.

Da wächst sie:

Die anspruchslose Pflanze gedeiht in Europa, Asien und Nordafrika. Sie ist auf Schuttplätzen, an Bahndämmen, Wegrändern und Flussufern, auf nährstoffarmem Rasen und in lichten Wäldern zu finden.

Ihre Wirkstoffe:

Saponine, Flavonoide, Gerbstoffe, Bitterstoffe, ätherisches Öl, Phenolglykoside.

Ihr Geheimnis:

Angaben über die Verwendung von Goldrute als Arzneipflanze lassen sich seit dem Mittelalter finden. So wird von Patienten mit Blasensteinen berichtet, die nach Genuss von Goldrutenkraut große Mengen an Harngrieß ausschieden. Die Kosaken trinken Goldrute-Tee bei Nierenschmerzen und Enuresis.

Die Bedeutung von Solidago virgaurea in der Homöopathie:

Leitsymptome: Druckempfindlichkeit der Nierengegend, mit ausstrahlenden Schmerzen; chronische Nephritis; Nierengrieß; Nephrolithiasis; Niereninsuffizienz; Harnwegsinfekte mit Dysurie; Erkrankungen im Rahmen von Nierenstörungen: z. B. Beschwerden der Atem- und Verdauungsorgane, Hautausschläge.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Die Einsatzgebiete sind  v. a. im Blasen- und Nierenbereich.

Die Bedeutung von Solidago virgaurea in der  Phytotherapie:

Haupteinsatzgebiet ist der Blasen-Nierenbereich.