Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Gelbwurz, Kanadische


© Foto: DHU

Hydrastis canadensis – Kanadische Gelbwurz

Familie: Hahnenfußgewächse (wiss.: Ranunculaceae)

Volkstümliche Namen:

Goldsiegelwurzel

Die nordamerikanische Staude kam zwar schon 1759 nach England, wurde aber dort und im übrigen Europa zunächst hauptsächlich als Färbemittel eingesetzt. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Medizin auf sie aufmerksam. Der Name stammt vermutlich aus einer Verbindung der beiden griechischen Wörter „hydor“ = Wasser und „drao“ = füllen.

So sieht sie aus:

Die niedrige Staude mit ihrem knollig verdickten Rhizom und den geraden, behaarten und unverzweigten Stängeln wird bis zu 30 Zentimeter hoch. Die Stängel tragen zwei gesägte Blätter, deren Form an eine Hand erinnert. Die einzige Blüte jedes Triebes erscheint zwischen April und Mai und hat zahlreiche auffällige weiße Staubblätter, die die Funktion der Blütenblätter – die Bestäuberanlockung - übernehmen. Die roten Früchte ähneln Himbeeren

Da wächst sie:

Ihre Heimat reicht vom Nordosten Amerikas bis in das südliche Kanada hinein. Sie benötigt schattige Standorte und nährstoffreiche Böden in feuchten Wäldern.

Seine Wirkstoffe:

Isochinolin-Alkaloide wie Hydrastin, Berberin und Canadin.

Sein Geheimnis:

Der Wurzelsaft eignet sich durch die Substanz Bernerin ausgezeichnet zum Färben von Kleidungstücken in einem tiefen Gelbton. Vermischt mit Bärenfett diente die Pflanze als Schutz vor Insekten.

Die Bedeutung von Hydrastis canadensis in der Homöopathie:

Leitsymptome: Tiefgreifendes Schleimhautmittel. Entzündete Schleimhäute, besonders der oberen Atemwege, mit vermehrter Sekretion. Typisch ist das dicke, fadenziehende, weißlich oder gelbliche Sekret. Das Mittel wirkt besonders gut bei alten, leicht ermüdbaren Menschen mit großer Schwäche.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Hydrastis ist ein vorzügliches Mittel bei Schleimhauteiterungen auch mit Geschwürbildung; Entzündungen und Koliken des Leber-Galle-Systems und des Magen-Darm-Kanals sowie Polypen.

Die Bedeutung von Hydrastis canadensis in der Phytotherapie:

Traditionell angewendet wird die pflanzliche Droge als blutstillendes Mittel bei inneren Blutungen, bei Durchfall sowie als bitteres und verdauungsförderndes Tonikum bei zahlreichen Beschwerden. Äußerlich hilft die Zubereitung der Droge bei Entzündungen der Mundschleimhaut.