Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Fingerhut


© Foto: DHU

Digitalis purpurea – Roter Fingerhut

Familie: Wegerichgewächse (wiss.: Plantaginaceae)

Volkstümliche Namen:

Fuchskraut, Waldschelle, Waldglöckchen

Gegen Kopfschmerzen und Schwellungen sollte ein Brei aus Fingerhut helfen, berichtete im 13. Jahrhundert der walisische Heiler Rhiwallon Feddyg aus dem Dorf Myddfai in Carmarthenshire. Seine Sammlung keltischer Rezepte ist nachzulesen im Roten Buch von Hergerst im Jesus College, Oxford. Ob die uralten Rezepturen stimmen, erforschen derzeit die National Botanic Gardens in Wales. Wir kennen die Pflanze eher als Herzmittel. Weil die Blüte an einen Fingerhut erinnert, bekam sie den lateinischen Namen Digitalis, abgeleitet von Digitus = Finger. Purpurea bezieht sich auf die rote Blütenfarbe.

So sieht er aus:

Die bis zu 120 cm hohe krautige Pflanze hat einen aufrechten, graufilzigen Stängel, an dem sich von Juni bis in den August purpurrote, gelegentlich weiße, glockige Blüten an einem langgezogenem, Traubenförmigen Blütenstand bilden.  Der Blütenschlund ist rotgefleckt. Die eiförmigen wechselständigen Blätter fühlen sich filzig an.

Da wächst er:

In Mitteleuropa und Marokko, in lichten Wäldern und Kahlschlägen mit sandigen Lehmböden, oft in bergigen Regionen.

Seine Wirkstoffe:

Die Purpureaglykoside A und B, über 30 weitere herzwirksame Glykoside; Pregnanglykoside, Steroidsaponine wie Digitonin; Anthrachinone.

Sein Geheimnis:

Irischen Sagen zufolge war der Fingerhut die Lieblings-Kopfbedeckung der Elfen, der Kleinen Leute.

Die Bedeutung von Digitalis purpurea in der Homöopathie:

Leitsymptome: Typisch ist ein verlangsamter, oft auch schwacher, unregelmäßiger Puls mit Schwäche, Mattigkeit und erschwerter Atmung. Der Schlaf ist unruhig, es kommt zu häufigem Erwachen und ängstlichem Hochfahren.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Fingerhut stützt ein schwaches Herz und hilft bei Herzrhythmusstörungen sowie Herzklopfen nach der geringsten körperlichen Anstrengung.

Die Bedeutung von Digitalis purpurea in der Phytotherapie:

Wegen ihrer Giftigkeit wird die Pflanze ausschließlich als verschreibungspflichtiges Fertigarzneimittel bei Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen eingesetzt.

Terra Medica® und Digitalis purpurea

Die Kultur des roten Fingerhutes beginnt bei uns in Terra Medica® mit einer Aussaat im Hochsommer im Gewächshaus. Die Pflanze keimt sehr schnell und kann nach ca. acht Wochen in das Freiland gepflanzt werden. Im ersten Jahr hat die Pflanze einen enormen Blattzuwachs. Erst im zweiten Anbaujahr zur Blütezeit werden ausschließlich die „Blätter“ geerntet.