Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Datura stramonium


© Foto: H. Zell

Datura stramonium – Weißer Stechapfel

Familie: Nachtschattengewächse (wiss.: Solanaceae)

Volkstümliche Namen:

Teufelsapfel, Gemeiner Stechapfel, Stachelnuss

Er ist neben Tollkirsche und Bilsenkraut eines der drei klassischen Hexenkräuter, das starke Halluzinationen hervorruft. Auf Gift bezieht sich auch der Gattungsname Datura, der sich vom Sanskrit-Wort dhattura ableiten und Göttlicher Rausch bedeuten soll. Der Artzusatz stramonium stammt aus dem Griechischen und ist eine Zusammensetzung aus strychnon manikon was soviel bedeutet wie rasend machendes Gift.

So sieht er aus:

Die buschige Pflanze wird bis zu 1,5 Meter groß. Ihr Stängel ist kahl und aufrecht. Die Blätter sind dunkelgrün und eiförmig zugespitzt, grobbuchtig gezähnt, riechen unangenehm. Von Juni bis Oktober blühen die weißen Blüten, deren trompetenförmige Krone sich erst abends öffnet. Die Früchte erinnern an Kastanien.

Da wächst er:

Aus seiner Heimat in Westasien hat er sich über die gesamte Nordhalbkugel verbreitet und sogar den Sprung nach Südamerika geschafft. Er braucht stickstoffreiche, kalkhaltige Böden und sonnige Lagen.

Seine Wirkstoffe:

Tropanalkaloide wie Hyoscyamin, das beim Trocknen zum Teil in Atropin verwandelt wird, Scopolamin, Withanolide, Cumarine, Flavonoide.

Sein Geheimnis:

Als weinhaltiger Auszug wurde Stechapfel-Extrakt im Mittelalter als Aphrodisiakum eingesetzt. Aber auch später benutzten ihn Kriminelle um Menschen in Gastwirtschaften zu betäuben und auszurauben – ähnlich wie heute mit Rohypnol.

Die Bedeutung von Datura stramonium in der Homöopathie:

Leitsymptome: Typisch sind äußerst heftige Reaktionen und starke Wutausbrüche, Angst vor dem Alleinsein, vor allem in der Nacht sowie ein ausgeprägter Ekel vor Wasser.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Stramonium hat sich bewährt bei psychischen Auffälligkeiten wie Hyperaktivität, Verhaltensstörungen, auch bei Keuchhusten.

So hilft er in der Pflanzenheilkunde: Früher bei Asthma und Nervosität. Heute wird Stechapfel in der Phytotherapie nicht mehr eingesetzt.

Die Bedeutung von Datura stramonium in der Phytotherapie:

Die isolierten und standardisierten Inhaltsstoffe der Droge findet man beispielsweise in Augentropfen als pupillenerweiterndes Mittel zur Augenprüfung oder in Transdermalpflastern gegen Reisekrankheit wieder. Als Pflanzenextrakt wird der Stechapfel aufgrund seiner hohen Giftigkeit in der Phytotherapie nicht mehr eingesetzt.