Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Cyclamen purpurascens


© Foto: DHU

Cyclamen purpurascens – Wildes Alpenveilchen

Familie: Primelgewächse (wiss.: Primulaceae)

Volkstümliche Namen:

Bergveilchen

Wohl keine Pflanze ist so aus der Mode gekommen wie das Alpenveilchen. Sie galt spätestens seit Ende der 80er Jahre als altbacken, als Häkeldecke unter den Blumen. Doch gerade jetzt erleben neue Züchtungen ein beeindruckendes Comeback. Sein Name leitet sich ab vom griechischen kyklos = Kreis, runde Scheibe und bezieht sich auf die scheibenförmigen Wurzelknollen. Purpurascens weist auf die Blütenfarbe hin.

So sieht es aus:

Die Blattstiele sind ebenso wie die Blütenstiele zuerst spiralig eingerollt aber strecken sich dann. Die fleischigen Blätter sind rundlich, nieren- bis herzförmig, der Rand ist gekerbt oder stumpf gezähnt. Auf der dunkelgrünen Oberseite der Blätter leuchten silbrige Flecken, die Unterseite ist meist karminrot. Die purpurroten bis rosa Blüten stehen von Juli bis September einzeln und riechen angenehm.

Da wächst es:

Die Pflanze wächst in den Laubwäldern und Auen südeuropäischer Gebirge. Sie braucht steinige, humusreiche Kalkböden, meidet die pralle Sonne.

Seine Wirkstoffe:

Triterpensaponine wie Cyclamin.

Sein Geheimnis:

Weil Alpenveilchenknollen ein starkes, Curare-ähnliches Gift enthalten, wurden sie früher rund ums Mittelmeer als Betäubungsmittel zum Fischfang genutzt. Im alten Ägypten dienten sie der Schweinemast, weil ihre Inhaltsstoffe zu einer besseren Futterverwertung führen.

Die Bedeutung von Cyclamen purpurascens in der Homöopathie

Leitsymptome: Typisch sind Migräneattacken und Kopfschmerzen mit Sehstörungen wie z. B. Flimmern vor den Augen, Farbensehen oder Doppeltsehen. Cyclamen-Patientinnen leiden oft unter einem unregelmäßigen Zyklus und starken krampfartigen Schmerzen während der Menstruation. Sie sind zudem oft schwach, müde und niedergeschlagen.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Das Frauenmittel wird vor allem bei Regelstörungen eingesetzt. Ein weiterer Hauptanwendungsbereich sind Migräne und migräneartige Kopfschmerzen mit Sehstörungen.

Die Bedeutung von Cyclamen purpurascens in der Phytotherapie

In der Phytotherapie spielt das Alpenveilchen wegen seines Giftpotenzials kaum eine Rolle mehr.

Terra Medica und Cyclamen purpurascens

Das europäische Alpenveilchen wird bei uns in Terra Medica über Aussaat im Gewächshaus vermehrt. Der optimale Aussaattermin ist das Frühjahr oder der Herbst. Nach der Keimung (drei bis vier Wochen) müssen die Sämlinge in Töpfe pikiert werden.

Die Pflanzen lassen sich zwei bis drei Jahre Zeit, bis wir uns an Ihrer Blütenschönheit erfreuen können. Geerntet werden die „frischen unterirdischen Teile (Knollen)“ erst von den älteren, mehrjährigen Pflanzen im Herbst.