Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Conium maculatum


© Foto: H. Zell

Conium maculatum –  Gefleckter Schierling

Familie:  Doldenblütler (wiss.: Apiaceae)

Volkstümliche Namen:

Blutpetersilie, Blutschierling, Fleckenschierling, Katzenpeterlein, Stinkender Schierling, Mäuseschierling, Würgling, Tollkraut

Seinen deutschen Namen hat der Gefleckte Schierling von den roten Flecken, die seinen kahlen, hohlen Stängel im unteren Bereich charakterisieren. Der Gattungsname Conium stammt vom griechischen konos (=Kreisel, Schwindel) und deutet auf die schwindelerregende Wirkung der Pflanze hin. Die Artbezeichnung maculatum (= gefleckt) ist lateinischen Ursprungs und nimmt Bezug auf die Flecken am Stängel. Conium maculatum zählt zu den giftigsten einheimischen Pflanzenarten.

So sieht er aus:

Der Gefleckte Schierling kann sich zu einer mächtigen Pflanze von bis zu 2,5 Metern Höhe entwickeln. Die wechselständigen Blätter sind weich und im Umriss dreieckig, sie sind oben dunkelgrün und unten graugrün. Die kleinen weißen Blüten bilden zwischen Juni und September eine 7 – 20 strahlige, etwa 15 cm große, zusammengesetzte Blütendolde. 

Da wächst er:

Die Bestände des Gefleckten Schierlings gingen in den letzten Jahrzehnten zurück, in manchen Bundesländern steht er deshalb auf Prioritäten- oder Vorwarnlisten  Wenn überhaupt, finden wir ihn auf Brachland, an Hecken, Uferböschungen, Wegrändern, Gräben oder Schuttplätzen auf sonnigen, nährstoffhaltigen Lehmböden.

Seine Wirkstoffe:

Alkaloide wie das Coniin, Flavonoide, Cumarine und ätherische Öle.

Sein Geheimnis:

Der lähmende Giftstoff Coniin macht etwa 90 Prozent des Gesamtalkaloidgehaltes der Pflanze aus. Aus seinen unreifen Früchten wurden früher die Schierlingsbecher für die Todesstrafe zubereitet, etwa beim griechischen Philosophen Sokrates, der einen Schierlingsbecher trinken musste.

Die Bedeutung von Conium maculatum in der Homöopathie:

Leitsymptome: Schwindelgefühle bei jeder Körperverlagerung, zitternde Beine, Hände oder Arme und eine allgemeine Muskelschwäche. Deshalb vor allem ein Mittel für das hohe Alter, das durch Schwäche, Mattigkeit und Trägheit gekennzeichnet ist.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Conium findet bei Verkalkungen der Hirngefäße, Lähmung und Lähmigkeit, Drüsenschwellungen sowie Verstimmungszuständen Anwendung.

Die Bedeutung von Conium maculatum in der Phytotherapie:

Aufgrund der hohen Giftigkeit der Pflanze wird die Droge nicht mehr in der Phytotherapie eingesetzt.

Terra Medica® und Conium maculatum:

Conium maculatum ist eine der vielen Arten aus der Familie der Doldenblütler, die wir bei uns erfolgreich kultivieren. Unsere fruchtbaren, bereits seit vier Jahrzehnten ökologisch bewirtschafteten Böden ermöglichen auch stark zehrenden Arten wie dem Fleckenschierling ein gesundes Wachstum.

Wir ernten entsprechend den Vorgaben des Homöopathischen Arzneibuches die frischen oberirdischen Teile blühender, noch nicht fruchtender Pflanzen.