Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Colchicum autumnale


© Foto: H. Zell

Colchicum autumnale – Herbstzeitlose

Familie: Herbstzeitlosengewächse (wiss.: Colchicaceae)

Volkstümliche Namen:

Herbstlilie, Hundsblume

Keine Angst, auch wenn die Herbstzeitlose 2010 zur Giftpflanze des Jahres gewählt wurde. Sie enthält zwar in allen Pflanzenteilen ein hochgefährliches Alkaloid. Aber genau dieses hilft auch bei vielen medizinischen Problemen wie etwa der Behandlung von Gicht. Ihr Name soll von der Landschaft Colchis am Schwarzen Meer herrühren, wo einst die sagenhafte griechische Hexe Medea ihre Gifte gemixt haben soll. Autumnale bezieht sich auf ihre Blütezeit im Herbst.

So sieht sie aus:

Aus einer unterirdischen Knolle treibt die Pflanze im Frühjahr drei lanzettartige Blätter empor. Sie kann bis zu 40 cm hoch werden. Die wunderschöne rosaviolette Blüte erscheint erst im Herbst, frühestens Ende August.

Da wächst sie:

Die Herbstzeitlose braucht leicht sauren, wenn möglich nährstoffreichen und durchlässigen Boden. Dieser soll leicht feucht sein. Sie hat gern einen sonnigen Standort, begnügt sich aber auch mit Halbschatten.

Ihre Wirkstoffe:

Tropolonalkaloide wie Colchicin, Demecolcin und das Glykosid Colchicosid.

Ihr Geheimnis:

Die Giftpflanze wird oft mit dem aromatischen Bärlauch verwechselt, in dessen Nachbarschaft sie häufig wächst. Ein Schnuppertest bringt Klarheit: Bärlauch duftet ganz eindeutig nach Knoblauch, die Herbstzeitlose nicht.

Die Bedeutung von Colchicum autumnale in der Homöopathie

Leitsymptome: Einzelne Gelenke sind rot, heiß und geschwollen. Die Betroffenen fühlen sich schwach und ausgelaugt. Bereits der Gedanke an Nahrungsmittel verursacht Übelkeit.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Colchicum wird unterstützend bei akuter und chronischer Gicht, akutem Gelenkrheumatismus, Sehnenscheidenentzündungen, Ergüssen in Körperhöhlen, Nierenentzündungen und Entzündungen des Magen-Darm-Kanals eingesetzt.

Die Bedeutung von Colchicum autumnale in der Phytotherapie

Unter ärztlicher Aufsicht und genauer Dosierung werden Colchicum-Extrakte hauptsächlich beim akuten Gichtanfall eingesetzt.