Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Cimicifuga racemosa


© Foto: DHU

Cimicifuga racemosa –  Trauben-Silberkerze

Familie: Hahnenfußgewächse (wiss.: Ranunculaceae)

Volkstümliche Namen:

Wanzenkraut, Frauenwurzel, Langtraubiges Christophs-kraut, Nordamerikanische Schlangenwurzel, Schwarze Schlangenwurzel

Angenehm riecht sie wirklich nicht, die Traubensilberkerze. Die Blütenstände versprühen einen so üblen Duft, dass er Wanzen verscheucht. 

So sieht sie aus:

Die kräftige Staude wächst mit einem aufrechten Stängel bis zu zwei Meter in die Höhe. Der dicht bewurzelte Wurzelstock ist dunkelbraun und wird bis zu drei Zentimeter dick. Die großen gestielten Blätter sind dreifach gefiedert und grob gesägt. Die weißen, kleinen Blüten stehen in einer langen, schmalen Traube – ähnlich einer Kerze.

Da wächst sie:

Sie bevorzugt feuchte Böden mit guter Wasserdurchlässigkeit, lichte Wälder und Waldränder im Norden der USA und Kanada, wächst aber auch in vielen Gärten Europas als Zierpflanze. Gern auch etwas schattiger.

Ihre Wirkstoffe:

Triterpenglykoside wie Actein, Alkaloide, Flavonoide, Fettsäuren, ätherisches Öl. 

Ihr Geheimnis:

Der Hitsong "Lily the Pink", den die britische Band „The Scaffold“ 1968 herausbrachte, ist die moderne Version eines älteren Volksliedes, das die sagenhaften Eigenschaften der „Lydia E. Pinkham's Vegetable Compound“-Heilcreme von 1875 gegen Frauenleiden beschreibt. Hauptinhaltsstoffe waren Traubensilberkerze und 20 Prozent Alkohol. 

Die Bedeutung von Cimicifuga racemosa in der Homöopathie:

Leitsymptome: Frauen mit Wechseljahresbeschwerden und depressive, ängstliche Menschen. Typisch sind Kopfschmerzen und Nackenprobleme, die auf einen verspannten Rücken und geistige Überarbeitung zurückgehen.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Cimicifuga wird verabreicht bei  Hitzewallungen, Verstimmungen, Kopfschmerzen und Migräne, Schlafstörungen, funktionellen Herzbeschwerden mit einem Druckgefühl in der Herzgegend. Auch bei Regelschmerzen und Koliken.

So hilft sie in der Pflanzenheilkunde: Bei Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Stimmungsschwankungen und Schlaflosigkeit.

Die Bedeutung von Cimicifuga racemosa in der Phytotherapie:

Prämenstruelle und dysmenorrhoische sowie klimakterisch bedingte neurovegetative Beschwerden.