Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Chinarindenbaum


© Foto: H. Zell

Cinchona pubescens – Roter Chinarindenbaum

Familie: Rötegewächse (wiss.: Rubiaceae)

Volkstümliche Namen:

Chinarinde, Fieberrinde

Der Name ist wirklich irreführend. Denn das Gewächs stammt nicht aus dem chinesischen Kaiserreich, sondern dem Norden Südamerikas. Quina bedeutet auf altperuanisch nichts anderes als einfach nur Rinde. Der Legende nach soll ein Rindenextrakt als Erste die Malaria-Schübe von Gräfin Ana del Cinchón, Gattin des Vizekönigs von Peru, im Jahr 1638 geheilt haben. Deshalb taufte der schwedische Botaniker Carl von Linné (1707 bis 1778) den Baum „Cinchona“. Der Beiname „pubescens“deutet auf die meist behaarten jüngeren Zweige hin.

So sieht er aus:

Der immergrüne Baum wird bis zu 30 Meter hoch. Die Rinde ist mit einer rotbraunen, rissigen Borke bedeckt. Die Krone ist dichtbelaubt, die dünnen Blätter sind eiförmig. Die Blüten sind rot oder rötlich und stehen in dichten Rispen.

Da wächst er:

In den Bergwäldern der Anden, von Venezuela bis Bolivien und in warmen Regionen wie Kongo, Indien oder Hawaii.

Seine Wirkstoffe:

Etwa 30 bittere Chinolalkaloide wie Chinin, Chinidin, Cinchonin oder Cinchonidin; Bitterstoffglykoside, Gerbstoffe.

Sein Geheimnis:

Die Chinarinde wurde berühmt, weil aus der Droge der erste Wirkstoff gegen Malaria, das Chinin, gewonnen wurde. Das bittere Chinin wird auch Erfrischungsgetränken wie Tonicwater und Bitterlemon in Konzentrationen von 40 bis 85 Milligramm pro Liter zugesetzt. Zum Vergleich: 1 Malariatablette enthält 200 Milligramm Chininsulfat, was ca. 166 mg Chinin entspricht.

Die Bedeutung von Cinchona pubescens in der Homöopathie

Leitsymptome: Starke Schwächegefühle, hohe Nervosität oft mit starkem Verlust von Körperflüssigkeiten etwa nach Durchfällen oder beim Stillen verbunden.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: China hat sich sehr bewährt bei Blähungen, Durchfallerkrankungen und Schwächegefühlen nach starken Flüssigkeitsverlusten. Auch bei Kopfweh, Schmerzen bei kleinster Berührung oder Magenschleimhautentzündungen.

So hilft er in der Pflanzenheilkunde: Bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl.

Die Bedeutung von Cinchona pubescens in der Phytotherapie

Als bitteres Tonikum finden Rindenextrakte Anwendung bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl. Früher galt das in der Rinde enthaltene Chinin als bewährtes Malariamittel.