Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Carapichea ipecacuanha


© Foto: DHU

Carapichea ipecacuanha – Brasilianische Brechwurzel

Familie: Rötegewächse (wiss.: Rubiaceae)

Volkstümliche Namen:

Ruhrwurzel, Speiwurzel

Die indianische Droge Ipecacuanha war Ende des 17. Jahrhunderts der Superstar unter den Heilmitteln, besonders als der niederländischen Arzt Jean-Claude Adrian Helvetius (1685 bis 1755) die Wurzel erfolgreich gegen die Amöbenruhr einsetzte, die in Paris grassierte. Der französische König Ludwig XIV. (1638 bis 1715) belohnte ihn 1688 für das Heilmittel mit 1000 goldenen Louisd’or-Talern. Der reine Materialwert einer Münze liegt heute bei ca. 220 Euro. Der Artzusatz kommt aus dem Portugiesischen „I-pe-kaa-guene“ heißt „kleine Pflanze vom Wegesrand, die krank macht“.

So sieht sie aus:

Der kleine, immergrüne Strauch wird bis zu 50 Zentimeter hoch. Er hat ledrige, gegenständige Blätter und von Januar bis März kleine weiße Blüten in köpfchenförmigen Blütenständen.

Da wächst sie:

An feuchten Stellen der Wälder Südamerikas, bevorzugt in der Provinz Mato Grosso in Brasilien.

Ihre Wirkstoffe:

Isochinolinalkaloide wie Emetin und Cephaelin; Psychotrin, Ipecamin, Stärke.

Ihr Geheimnis:

Der englische Arzt und Abenteurer Thomas Dover (1660 bis 1742) entwickelte das Dover‘sche Pulver, eine Mischung aus Opium, Ipecacuanhapulver und Milchzucker. Es gehörte mehr als 200 Jahre lang zur Grundausstattung vieler Militärärzte und Sanitäter.

Die Bedeutung von Carapichea ipecacuanha in der Homöopathie:

Leitsymptome: Eine ständige, starke Übelkeit ist Schlüsselthema des Mittels. Auch nach Erbrechen bessern sich die Beschwerden nicht.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Ipecacuanha wirkt gegen Übelkeit, Erbrechen, Migräne, Bronchitis, Magenschleimhautentzündungen, Asthma.

So hilft sie in der Pflanzenheilkunde: Das Mittel ist für die Selbstmedikamentation in der Phytotherapie nicht geeignet.

Die Bedeutung von Carapichea ipecacuanha in der Phytotherapie:

Traditionell wird die Pflanze unter anderem als schleimlösendes Mittel bei chronischer Bronchitis verwendet. Weiterhin wird sie aufgrund ihrer emetischen Wirkung als Brechmittel bei Vergiftungen eingesetzt.