Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Brechnuss


© Foto: DHU

Strychnos nux-vomica – Brechnuss

Familie: Brechnussgewächse (wiss.: Loganiaceae)

Volkstümliche Namen:

Krähenaugenbaum, Brechnussbaum

Seit über 1000 Jahren werden die harten Samen der Brechnuss als Arzneimittel eingesetzt, vor allem in Arabien und Indien. Es waren wohl auch arabische Ärzte, welche die Heilpflanze im 15. Jahrhundert nach Europa brachten. Ihr griechischer Gattungsname Strychnos zeigt, dass sie früher irrtümlich für ein Nachtschattengewächs gehalten wurden. Der lateinische Artzusatz leitet sich von Nux = Nuss und vomere = brechen ab.

So sieht sie aus:

Der immergrüne Laubbaum wächst im Schnitt 15 bis 20 Meter hoch. Seine Rinde ist schwarzgrau bis gelblichgrau, die tief geäderten Blätter sind lederartig, breit und eiförmig. Die grünlich-weißen Blüten stehen in einer Trugdolde. Die reifen Beeren ähneln kleinen Orangen und enthalten in einer gallertartigen Masse 5 bis 8 aschgraue Brechnüsse.

Da wächst sie:

In Südostasien und im tropischen Australien auf tonigen, sandigen Böden.

Ihre Wirkstoffe:

Indolalkaloide wie Strychnin und Brucin, das Iridoidglykosid Loganin.

Ihr Geheimnis:

Im Mittelalter diente die Pflanze häufig als Rattengift. Sie wurde auch zum Betäuben von Fischen und als Pfeilgift eingesetzt. ?

Die Bedeutung von Strychnos nux-vomica in der Homöopathie:

Leitsymptome: Nux-vomica-Patienten sind aktive Menschen mit gehetzter Lebensweise. Sie sind arbeitswütig, jähzornig, ungeduldig und reizbar. Beschwerden treten ebenso nach Arzneimittel-, Nahrungs- und Genussmittelmissbrauch auf. Oft schlagen Dauerstress, Zeit- und Leistungsdruck auf Magen und Gemüt.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Nux-vomica wird unter anderem bei Entzündungen und Krampfzuständen des Magen-Darm-Kanals, bei Verstopfung, Völlegefühl und Blähungen eingesetzt.

Die Bedeutung von Strychnos nux-vomica in der Phytotherapie:

Brechnuss oder ihre Extrakte werden aufgrund der hohen Giftigkeit nicht in der Pflanzenheilkunde eingesetzt.