Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Baptisia tinctoria


© Foto: DHU

Baptisia tinctoria – Wilder Indigo

Familie: Schmetterlingsblütler (wiss.: Fabaceae)

Volkstümliche Namen:

Gelbe Färberhülse

Wilden Indigo setzten schon die nordamerikanischen Indianer ein, um Infektionskrankheiten schneller in den Griff zu bekommen. Der wissenschaftliche Name der Pflanze ist doppelt gemoppelt. Denn Baptisia stammt vom griechischen bapto = färben, der Artzusatz tinctoria vom lateinischen tingere, was ebenfalls färben bedeutet. Beides bezieht sich darauf, dass aus den Laubblättern die Blau-Farbe Indigo gewonnen wurde.

So sieht er aus:

Die oft verholzte Wurzel ist außen graubraun, innen gelb mit hellen Fasern. Der verästelte, aufrechte und gelbgrüne Stängel wird bis zu einem Meter hoch und ist fein gerillt. Die dreizähligen blaugrünen Blätter sitzen auf kurzen Stielen und werden beim Trocknen schwarz. Die gelben Schmetterlingsblüten bilden im Juli und August lockere Trauben.

Da wächst er:

In den östlichen Vereinigten Staaten und im südlichen Kanada, vor allem auf trockenen, sandigen Böden und in lichten Laub- und Nadelwäldern. In seiner Heimat ist er zunehmend selten zu finden. Er gedeiht aber auch gut in Mitteleuropa.

Seine Wirkstoffe:

Wasserlösliche Polysaccharide wie Arabinogalactane; Glykoproteine, Chinolizidinalkaloide, Isoflavonoide.

Sein Geheimnis:

Die Cherokee-Indianer benutzten Wilden Indigo als Mittel gegen Zahnschmerzen. Sie zerstampften die Wurzel und pressten den Brei gegen den schmerzenden Zahn. Die jungen Triebe werden in der Heimat der Pflanze wie Spargel gegessen.

Die Bedeutung von Baptisia tinctoria in der Homöopathie:

Leitsymptome: Zum Einsatz kommt das Mittel bei einem Gefühl der Zerschlagenheit, sich innerlich aufzulösen.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Baptisia verringert Erschöpfungszustände, schenkt neue Energie, bringt schwere und schmerzende Muskeln wieder in Ordnung.

So hilft er in der Pflanzenheilkunde: Bei Atemwegsbeschwerden, Erkältungskrankheiten wie Husten, als Immunstimulanz und Unterstützung in der Rekonvaleszenzphase nach Krankheiten.

Die Bedeutung von Baptisia tinctoria in der Phytotherapie:

Wurzelextrakte von Baptisia finden traditionell bei verschiedenen Erkältungssymptomen wie Schnupfen oder Rachenentzündungen, als Immunstimulanz oder in Form von Salben bei der Wundbehandlung Einsatz.