Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Bärlapp


© Foto: DHU

Lycopodium clavatum –  Bärlapp

Familie:  Bärlappgewächse (wiss.: Lycopodiaceae)

Volkstümliche Namen: 

Drudenfuss, Erdmoos, Kolbenbärlapp, Wolfsklaue

Bärlapp ist eine der ältesten Pflanzen der Welt. Seinen deutschen Namen trägt er, weil die weichen Stängel Bärentatzen ähneln. Denn „Lappo“ ist ein altes deutsches Wort für Hand. Die botanische Bezeichnung setzt sich aus den griechischen Wörtern  „lycos“ = Wolf und „pos“ = Fuß zusammen. Das lateinische „clavatum“ bezeichnet die Keulenform der Sporenstände.

So sieht er aus:

Die zähe Pflanze hat einen bis zu 4 Meter langen, am Boden kriechenden Spross und 30 Zentimeter hohe Seitenäste. Die schmalen Blättchen tragen an der Spitze pelzige Haare. Die gelben Ähren stehen am Ende von aufrechten Ästen und erscheinen von Juli bis August auf. 

Da wächst er:

In Mittel- und Nordeuropa, Asien, Amerika und den Gebirgen des tropischen Afrika. Bärlapp mag kalkfreien kargen Böden, meidet Schatten und Feuchtigkeit.

Seine Wirkstoffe:

Über 100 Alkaloide, vor allem Lycopodin; Flavonoide, Triterpene wie Onocerin, Sterole, fettes Öl, Polyterpene wie Sporonin.

Seine Geheimnisse:

Die goldfarbenen feinen Sporen wurden früher als Wundpulver oder als Blitzpulver in der Fotografie  genutzt. Feuerspucker, das Theater- und die Pyrotechnik setzen Lycopodiumsporen für Feuereffekte ein. Und: Das geschmeidige Pulver wird heute immer noch zur Beschichtung von Kondomen gebraucht.

Die Bedeutung von Lycopodium clavatum in der Homöopathie

Leitsymptome: Die Lycopodium-Menschen sind aufbrausend und diktatorisch veranlagt. Sie ertragen keinen Widerspruch und weisen ein zu großes Selbstbewusstsein mit prahlerischen und machthungrigen Eigenschaften auf.

Ebenso neigen Sie zu Blähungen, sind schnell satt und verspüren oft ein Völlegefühl.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Lycopodium hat sich unter anderem bei Entzündungen der Atemorgane, Entzündungen und Störungen des Leber-Galle-Systems, Verdauungsstörungen, Stoffwechselkrankheiten, Entzündungen der Harnorgane, verschiedenen chronischen und akuten Hauterkrankungen  und anderen Alterskrankheiten bewährt.

Die Bedeutung von Lycopodium clavatum in der Phytotherapie

Traditionell wurde das Kraut unter anderem bei Harnwegserkrankungen, krampfartigen Beschwerden und Menstruationsstörungen eingesetzt.

Aufgrund der Giftigkeit wird das Mittel nicht mehr empfohlen.