Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Augentrost


© Foto: H. Zell

Euphrasia officinalis –  Gewöhnlicher Augentrost

Familie: Sommerwurzgewächse (wiss.: Orobanchaceae)

Volkstümliche Namen: 

Wiesen-Augentrost, Wiesenwolf, Milchdieb

Fast alle europäischen Sprachen würdigen seine Heilwirkung im Namen. So heißt Euphrasia in Frankreich „casse-lunettes“, Brillenzerstörer, die Italiener nennen ihn „luminella“, Licht für die Augen, die Engländer „eyebright“, Augenglanz. Sein deutscher Name bezieht sich auf seine Blüten. Sie erinnern mit violetten Längsadern, schwarzvioletter Mitte und gelbem Schlund an Pupillen und Augenwimpern. Der wissenschaftliche Name entstammt dem griechischen „euphrasia“ = Frohsinn.

So sieht er aus: 

Der Gewöhnliche Augentrost kann 30 Zentimetern erreichen. Der runde Stängel ist behaart. Die kleinen, ungestielten Blätter mit scharf gezähnten Rändern und behaarter Unterseite sitzen kreuzweise gegenständig. Von Mai bis September blühen die weißen bis blassvioletten Blüten in Einzeltrauben.

Da wächst er:

Augentrost ist in weiten Teilen Europas und Eurasiens verbreitet. Er braucht Magerwiesen und trockene Weiden, kommt bis in 3000 Metern Höhe vor. 

Seine Wirkstoffe:

Iridoide Glukoside wie Aucubin, Flavonoide, Phenolcarbonsäuren und Lignane, ätherisches Öl.

Sein Geheimnis:

Milchbauern verabscheuen ihn, weil der Halbschmarotzer mit seinen Wurzeln Mineralien und Nährstoffe aus den Wurzeln benachbarter Gräser abzapft und diese dadurch weniger nahrhaft sind. Der Milchertrag der Kühe sinkt.

Die Bedeutung von Euphrasia officinalis für der Homöopathie

Leitsymptome: Die Augen sind sehr lichtempfindlich, können vor allem Kunstlicht schlecht vertragen.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Euphrasia ist das Augenmittel schlechthin, es wirkt gegen Bindehautentzündungen, bei brennenden Augen und auch bei Magenschleimhautentzündungen.

So hilft es in der Pflanzenheilkunde: Bei Entzündungen im Augenbereich, innerlich als Magenmittel, bei Husten, Heuschnupfen.

Die Bedeutung von Euphrasia officinalis in der Phytotherapie

Traditionell werden Zubereitungen aus Augentrost in Form von Waschungen und Umschlägen bei Augenleiden sowie Entzündungen der Augenlider und der Augenbindehaut angewendet. Aus Hygienegründen ist diese Anwendung nicht zu empfehlen.  Husten, Schnupfen sowie Magenbeschwerden sind weitere traditionelle Einsatzgebiete.