Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Artemisia abrotanum


© Foto: DHU

Artemisia abrotanum – Eberraute

Familie: Korbblütler (wiss.: Asteraceae)

Volkstümliche Namen:

Stabwurz, Gartheil, Zitronenkraut

Schon im 9. und 10. Jahrhundert setzten mittelalterliche Heiler die Eberraute gegen Atemnot, Gelbsucht oder Frauenleiden ein. Benannt ist sie nach der heilkundigen griechischen Königin Artemisia. Der Artzusatz abrotanum erklärt sich wohl vom griechischen Wort ábrotos = unsterblich, da die Pflanze immergrün ist.

So sieht sie aus:

Der Halbstrauch mit seinem aufrechten, oben rispig verzweigtem Stängel wird bis über einen Meter groß. Die Blätter sind doppelt fiederspaltig, oben kahl, unten grauhaarig. Die blassgelben Blüten blühen zwischen Juli bis Oktober. Die Pflanze duftet erfrischend nach Zitrone.

Da wächst sie:

Die anspruchslose Pflanze hat ihre Heimat in Asien sowie Ost- und Südosteuropa. Sie liebt kalkhaltige, humose, sandige Lehmböden, geschützte Lagen sowie trockene Standorte.

Ihre Wirkstoffe:

Ätherisches Öl mit Cineol und Thujon als wichtigste Bestandteile, Hydroxycumarine, Chlorogensäure.

Ihr Geheimnis:

Im Englischen heißt die Eberraute „Kiss-me-quick-and-go“. Denn wer einen Zweig unter die Schürze eines Mädchens steckt, gewinnt ihre Gunst – so der Volksglaube. Aber nur kurz. Dann wandelt sich Liebe in Hass und es heißt rennen…

Die Bedeutung von Artemisia abrotanum in der Homöopathie

Leitsymptome: Typisch sind Gewichtsverluste trotz gesunden Appetits. Die Lymphknoten sind oft geschwollen, es kommt zu Fieberschüben. Nicht selten spiegeln körperliche Beschwerden ein seelisches Problem wider. Heimweh etwa zeigt sich dann in Bauchschmerzen.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Abronatum unterstützt die Rekonvaleszenz von ausgezehrten Patienten, verringert eine Ergussbildung etwa zwischen den Rippenfellen.

So hilft sie in der Pflanzenheilkunde: Stärkt die Verdauungsorgane, lindert Husten, besänftigt Frauenbeschwerden.

Die Bedeutung von Artemisia abrotanum in der Phytotherapie

Extrakte aus dieser Art werden heute nicht mehr eingesetzt. Früher wurde Artemisia abrotanum als bitteres Tonikum bei Appetitlosigkeit oder bei Menstruationsstörungen eingesetzt. Auch Wurmtherapien bei Kindern waren üblich.