Pflanzenlexikon

„Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ heißt es im bekannten Duett in My Fair Lady. Wirkliche Leidenschaft in Sachen Natur spürt man aber angesichts zig-tausender blühender Heilpflanzen in der badischen Rheinebene auf Terra Medica. Bleibt die Frage; „Was grünt denn da eigentlich so grün?“  Unser alphabetisch sortiertes Heilpflanzenlexikon gibt Auskunft:

 

Ackerschachtelhalm


© Foto: H. Zell

Equisetum arvense – Ackerschachtelhalm

Familie: Schachtelhalmgewächse (wiss.: Equisetaceae)

Volkstümliche Namen:

Zinnkraut, Zinngras 

Heute sind sie eher klein und unscheinbar. Doch vor rund 375 Millionen Jahren, im Erdzeitalter Devon, traten die ersten Schachtelhalme als bis zu 30 Meter große Pflanzen auf und bildeten vor allem im Karbon und Perm (358 -252 Mio. Jahre), zusammen mit Riesenfarnen, unendliche Wälder. Die versteinerten Überreste kennen wir als Kohle. Der botanische Name Equisetum setzt sich aus dem lateinischen equus = Pferd und seta = Borste zusammen, arvense kommt vom lateinischen arvum = Acker.

?So sieht er aus:

Die lebenden Zeugen der Urzeit vermehren sich durch Sporen, ganz ohne Blüten. Im Frühjahr treibt der etwa 20 Zentimeter hohe, elfenbeinfarbene Stängel mit braunen Zapfen (Sporophyllstände) aus. Darin sitzen die Sporen, die der Wind fortträgt. Der Trieb stirbt darauf hin ab. Im Mai tauchen dann die grünen Sommertriebe auf, die wie Tannenbäumchen aussehen und bis zu 50 Zentimeter groß werden. Der Stängel ist aus einzelnen Gliedern aufgebaut  – wie geschachtelt.

Da wächst er:

Das für Gartenbesitzer und Landwirte lästige Kraut gedeiht auf Wegen und Dämmen, Wiesen und Äckern. Besonders gern hat er lehmige Sandböden.

Seine Wirkstoffe:

Kieselsäure, Kaffeesäurederivate, Nicotin und andere Alkaloide, Flavonoide. .

Sein Geheimnis:

Frische Pflanzen enthalten bis zu 10 Prozent Kieselsäure als winzige Kristalle in der Zellwand. Früher nutzten die Hausfrauen die Poliereigenschaft der Silikate als sanftes Scheuermittel für Zinngeschirr. Daher der deutsche Name Zinnkraut.

Die Bedeutung von Equisetum arvense in der Homöopathie:

Leitsymptome: Typisch ist ein häufiger Harndrang. Die Harnblase fühlt sich immer voll an, auch wenn der Toilettengang erst Minuten her ist. Beim Wasserlassen spüren Equisetum-Patienten einen scharfen, brennenden Schmerz in der Harnröhre.

Hier hilft das homöopathische Arzneimittel: Bewährt hat es sich vor allem bei Nieren- und Blasenerkrankungen wie Blasenentzündungen oder Reizblase.

Die Bedeutung von Equisetum arvense in der Phytotherapie:

Equisetum arvense wird eingesetzt bei entzündlichen Harnwegserkrankungen, Ödemen, und zur unterstützenden Behandlung von schlecht heilenden Wunden.