Calendula officinalis - die Gartenringelblume

Die Gartenringelblume ist eine alte Kultur-, Arznei und Zierpflanze, die schon im 12. Jahrhundert in den Schriften der heiligen Hildegard von Bingen erschien.

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Seit alters her wird der Ringelblume ein positiver Einfluss auf die Funktionen der Haut zugeschrieben, da sie entzündungshemmend und wundheilungsfördernd ist. Im Vordergrund steht dabei die Anwendung bei schlecht heilenden Wunden, Verbrennungen und Krampfadern. Aber auch in der Schönheitspflege als Hauttonikum und zum Schutz empfindlicher Haut spielen Ringelblumenzubereitungen eine nicht unbedeutende Rolle. Allergische Reaktionen sind im Vergleich zu anderen Vertretern der Korbblütler selten.

Im Volksglauben hat die Ringelblume in allen Ländern die Phantasie beflügelt. Vielfach wurde die Ringelblume zur Bereitung von Liebestränken benutzt. Das Einpflanzen der Ringelblume in die Fußspur des Geliebten sollte zum Beispiel diesen an das Mädchen binden.

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Calendula officinalis L. gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Pflanze wird bis 50 cm hoch und ist flaumig bis drüsig behaart, was ihren balsamisch-harzigen Geruch erklärt. Auffallend sind die 2 bis 5 cm großen, orange-gelben bis gold-gelben Blütenköpfchen, die bis zu zweimal im Jahr erscheinen (Blühphase im Frühsommer und Herbst).

Das Blütenköpfchen besteht aus dem grünen Hüllkelch sowie den Zungen- bzw. Randblüten und den inneren Blüten - den sogenannten Röhrenblüten. In den Arzneipflanzenkulturen der DHU wird eine sehr ursprüngliche, einfach blühende Form eingesetzt. Früchte werden nur von den Zungenblüten gebildet.

Die deutsche Bezeichnung Ringelblume bezieht sich auf die eigenartig gebogenen Früchte. Die Bildung von unterschiedlich geformten Früchten nennt man in der Botanik Heterokarpie. Es ermöglicht den Ringelblumen, sich auf vielfältigste Art und Weise auszubreiten und neue Wuchsorte zu erschließen. Die stacheligen Früchte werden z. B. als Klettfrüchte von Tieren verbreitet (Ferntransport), während stachellose Früchte funktionell dem Nah- bis Mittelstreckentransport dienen, z. B. als Regenschwemmlinge.

Calendula officinalis ist eine verhältnismäßig anspruchslose Pflanze, die sich auf lockerem und sich leicht erwärmenden Böden, wie wir sie in der Rheinebene vorfinden, problemlos kultivieren lässt. Sie gedeiht besonders gut, wenn sie in den länger werdenden Tag hineinwachsen kann und um die Zeit der Sonnenwende geerntet wird. Wir sähen deshalb etwa Anfang April aus, um ca. ab Mitte Juni die frischen, blühenden oberirdischen Teile mit der Sichel ernten zu können. Spätere Aussaattermine sind möglich, wobei das Mehltau-Risiko zunimmt.