Festakt 40 Jahre Terra Medica

© DHU

70 Prozent der in den homöopathischen Arzneimitteln verwendeten Arzneipflanzen baut die DHU selbst an. Ökologisch, nachhaltig, liebevoll von Hand – so arbeitet die Anlage „Terra Medica“ bei Staffort seit 40 Jahren. Gefeiert wurde das Jubiläum am Montag, dem 17. Juli mit einem Festakt. Unter den Gästen waren der Oberbürgermeister von Stutensee Klaus Demal, der Ortsvorsteher von Staffort Ludwig-Wilhelm Heidt, Vertreter von lokalen Medien und Fachpresse und Repräsentanten aus der Unternehmensgruppe Dr. Willmar Schwabe, zu der auch die DHU gehört.

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Erster Höhepunkt der Feier war die Terra Medica-Führung mit Dr. Heiko Hentrich, dem Leiter der Anlage. Neben der Besichtigung wichtiger Heilpflanzen für die Homöopathie wie Cimicifuga, Belladonna oder Rhus toxicodendron stand diesmal das Miterleben einer Calendula-Ernte auf dem Programm. Tatsächlich war Calendula 1977 die erste Ernte, die für die damals erst 16 Jahre junge DHU eingefahren wurde. Heute wie damals wird ausschließlich per Sichel geerntet.

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Nach Grußworten und Ansprachen wurde als Symbol für eine stabile und erfolgreiche Zukunft von Terra Medica und Naturmedizin gleichermaßen eine Eiche gepflanzt. Deren Eicheln übrigens auch als ein homöopathischer Grundstoff dienen werden. Anschließender Programmpunkt war die Enthüllung eines großen Terra Medica-Logos, das ab jetzt eine der Außenwände des Besucherzentrums ziert.

Hintergrundinfo zu Terra Medica:

Auf der rund 13 Hektar großen Fläche in Staffort arbeiten 19 Fachkräfte. Sie ziehen, pflegen und ernten bis zu 600 unterschiedliche Heilpflanzen. 2017 wird eine Gesamternte von 60 Tonnen erwartet. März bis Oktober ist Hauptsaison, aber auch im Winter herrscht Betriebsamkeit. So werden in den Gewächshäusern in Handarbeit aus Kapseln und Blütenkörbchen die Samen gewonnen. Bis zu 200.000 Jungpflanzen warten im Frühjahr auf ihre Aussetzung ins Freiland. Dort wachsen die Heilpflanzen ohne jede Anwendung von Herbiziden oder Insektiziden. Der eigene Anbau hat viele Vorteile. So kann zur günstigsten Zeit geerntet werden, die Planung lässt sich langfristig gestalten, geschützte Pflanzen lassen sich nachhaltig und umweltschonend gewinnen. Und, am wichtigsten für den Verwender der DHU Naturarzneimittel: Die Heilpflanzen stammen aus deutschem Anbau und haben garantiert höchste Qualität aus ökologisch zertifiziertem Anbau.

Schon im vorigen Jahrhundert wurden von Dr. Willmar Schwabe in Leipzig Heilpflanzen in Eigenregie angebaut. Zum Neubeginn der Firma nach dem Krieg 1946 in Karlsruhe-Durlach gehörten auch wieder eigene Anlagen zur Kultivierung von Arzneipflanzen. In den 1970er Jahren bekamen Umweltschutz und Ökologie zunehmende Bedeutung. Der eigene Anbau von Heilpflanzen war daher die beste Möglichkeit, nachhaltig, umwelt- und qualitätsgerecht die Arzneipflanzenversorgung zu sichern.

Die Arzneipflanzenkulturen in Staffort begannen als Lagerhalle für getrocknete Arzneipflanzen (Drogen genannt). Das Gelände rund herum wurde später erworben und weitere Flächen gepachtet, um die Heilpflanzen auch vor Ort anbauen zu können. Die Flächen liegen abseits von Verkehr und Industrie und waren damit auch unter Umweltgesichtspunkten optimal geeignet. 1977 begann die Bewirtschaftung der Freiflächen, 1989 wurden neue Gewächshäuser zur Kultivierung der Heilpflanzen in Betrieb genommen. Seit 2007 gehört die Anlage zur 1961 innerhalb der Schwabe-Unternehmensgruppe gegründeten DHU. Seit 2014 gibt es ein modernes Besucherzentrum und die gesamten Kulturen wurden „Terra Medica“ getauft. Ihr Motto: „Erlebe, wie Medizin wächst“. Denn tatsächlich kann man dort den Herzschlag der Naturkräfte spüren. Heute, wie vor 40 Jahren.