Anbaumenge und Vielfalt

Die Anbaumengen für Staffort orientieren sich am Bedarf der Herstellung der Urtinkturen. Das sind die ersten homöopathischen Wirkstoffe, die meist durch Mazeration (Auszug von Pflanzenteilen mittels ethanolischer Lösung) und Abpressung entstehen. Der Plan wird im November und Januar erstellt. Ihm liegen die Zahlen des Vorjahresbedarfs und eine aktuelle Abschätzung zugrunde. In Staffort werden viele kleine bis mittlere und auch große Kulturen angebaut.

© DHU

Im Wesentlichen wird frisches Pflanzenmaterial weiterverarbeitet. Die Arzneipflanzenkulturen müssen den Spagat zwischen gärtnerischer Kultur und landwirtschaftlicher Produktion bewerkstelligen. Seit 1976 wurden in Staffort etwa 600 verschiedene Pflanzenarten angebaut. Die Bandbreite reicht von den einjährigen Kräutern über mehrjährige Stauden bis hin zu Sträuchern und Bäumen.

Von den meisten Arten werden nur Mengen von ca. 5–30 kg benötigt, die Mindesterntemenge liegt bei 2 kg und erreicht bei Calendula oder Thuja auch Tonnenmaßstab.

© DHU

Die bisher angebauten 600 Pflanzenarten decken 50 % des Artenbedarfes der Produktion und 70 % der Menge. Die restlichen Pflanzen werden über Fremdanbau, genehmigte externe Sammlungen sowie über den zertifizierten Handel beschafft. Vorhandene Pflanzenarten müssen nicht nur den aktuellen Bedarf decken, sondern auch nachgezogen werden, um Kulturen zu erweitern, überalterte Bestände zu ersetzen oder eine Pflanzenart in den Kulturen für die Nutzung in späteren Jahren zu erhalten. Deshalb werden manche Kulturen ausschließlich zur Samengewinnung oder zu Demonstrationszwecken bei Führungen angelegt.