Hamamelis virginiana - Zaubernuss

Die "Virginische Zaubernuss" wurde schon bei den nordamerikanischen Indianern als Heilpflanze bei verschiedenen Krankheiten und zur Wundbehandlung eingesetzt. Auch in der Homöopathie ist sie ein beliebtes Mittel.

© Robert Klips

Obwohl die Virginische Zaubernuss (Hamamelis virginiana) amerikanischen Ursprungs ist, kennt sie auch bei uns jeder. Schließlich gehört der baumartige Strauch zu den ganz wenigen Pflanzen, die im Spätherbst blühen. Die Zaubernuss wird als Ziergehölz daher gern in Gärten und Parks angepflanzt, um einige Farbtupfer in das trübe Wintergrau zu setzen und Hoffnung auf den Frühling zu wecken. Auffällig sind die duftenden Blüten mit ihren 1-2 cm langen, fadenförmigen und leuchtend gelben Kronblättern.

Alte Heilpflanze der Indianer

Hamamelis virginiana L. ist nicht die einzige Art ihrer Gattung. Zwei weitere Verwandte kommen in Nordamerika vor, jeweils eine stammt aus China und Japan. Benannt wurde sie nach der ehemals britischen Kronkolonie Virginia, die seinerzeit wesentlich größer war als der heutige gleichnamige US-Bundesstaat und weite Teile des nordamerikanischen Ostens umfasste. Tatsächlich reicht das Verbreitungsgebiet der Pflanze von Kanada bis an den Golf von Mexiko. Im Jahre 1736 soll sie durch Peter Collinson, einen englischen Botaniker, erstmals nach Europa gebracht worden sein.

Europäischen Botanikern musste der bis zu sieben Meter hohe Strauch nicht nur durch seine ungewöhnliche Blütezeit und die korallenförmige Blütenform interessant erschienen sein. Ein Kuriosum ist auch, dass die holzigen, haselnussähnlichen Früchte nach ihrer Reifung so heftig aufplatzen, dass die Samen bis zu vier Meter weit fortgeschleudert werden. Den ersten europäischen Siedlern auf nordamerikanischem Boden war sicher auch nicht entgangen, dass die Indianer die Virginische Zaubernuss als Heilpflanze hoch schätzten. Die Indianer gewannen den Hamamelis-Extrakt durch das Aufkochen der beblätterten Zweige und Äste und erhielten so ein vielfältig anwendbares Mittel, vor allem zur Behandlung von Blutungen, Schnitt- und Kratzwunden, Prellungen sowie äußerlichen Entzündungen und Entzündungen im Augenbereich.

Verwendet wird die Rinde

In der Homöopathie wird die frische Zweigrinde eingesetzt. Die Zweige werden üblicherweise im Winter geschnitten, anschließend wird die Rinde von Hand geschält. Als homöopathisches Einzelmittel ist Hamamelis in verschiedenen Darreichungen erhältlich - als Dilution, Globuli, Tabletten, Ampullen und als Urtinktur.

Die DHU kann Hamamelis aus eigenem Anbau, wie alle Kulturen ökologisch zertifiziert, ernten. Hamamelis wächst bei uns an einem überwiegend sonnigen Standort, auf nahrhaftem, frischem Boden. Der sonnige Standort wird bei ausreichender Boden- und Luftfeuchtigkeit gut vertragen. Am natürlichen Standort wachsen die Hamamelis-Arten unter höheren Gehölzen, weshalb sie auch sehr gut halbschattig bis schattig stehen können. Wichtig ist, dass Staunässe vermieden wird.

Die Inhaltsstoffe - unter anderem Gerbsäure, Saponine, Harze, Flavonoide und ätherische Öle - zeigen sich wirksam bei Entzündungen der Haut, venösen Stauungen und helfen bei der Behandlung innerer und äußerer Blutungen. Bewährte Indikationen von Hamamelis sind Krampfaderleiden, Hämorrhoiden, Haut- und Schleimhautblutungen.

Dr. Willmar Schwabe entwickelte in Leipzig ab 1872 auf Basis des Hamamelis-Extraktes zahlreiche Arzneispezialitäten, allen voran die bekannte Hametum®-Salbe.