Eupatorium perfoliatum - Wasserdorst

Der Durchwachsene Wasserdost oder Wasserhanf (Eupatorium perfoliatum) ist ein mehrjähriger Korbblütler, der ursprünglich im östlichen Nordamerika von Kanada im Norden bis Florida im Süden der USA beheimatet ist.

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Die schwach duftende und bitter schmeckende Pflanze bevorzugt feuchten Boden und kommt daher an Bach-, Fluss- und Seeufern, in Sumpfgebieten und nassen Wiesen oder Waldlichtungen vor. In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet wächst Eupatorium perfoliatum zumeist wild, in Europa hingegen wird Wasserdost kultiviert. Die Pflanze wird bis zu 1,50 Meter groß. Der abstehend behaarte Stängel trägt längliche, stängelumfassend verwachsene Blätter mit bis zu 15 Zentimetern Länge, die lanzettförmig geformt sind, d.h. das Blatt ist länglich, jedoch in der Mitte am breitesten und zu den Enden hin verschmälert. Die Blattoberseiten sind runzlig und leicht behaart, die Blattunterseiten tragen eine fast wollige Behaarung. Viele weiße oder purpurne Blütenkörbchen bilden kleine, mit einem borstigen Pappus versehene Früchte aus, die mit dem Wind verbreitet werden. Im Juli blüht die Pflanze zartrosa. Das ist auch die beste Zeit zum Sammeln. Die Blätter erinnern etwas an Hanf, die Pflanze hat jedoch nichts mit Hanf zu tun.

Die Volksnamen lauten Blauwetterkühl, Fieber-, Indianer- oder Kunigundenkraut. Zu den Inhaltsstoffen gehören verschiedene Bitterstoffe, Flavonoide, wie das Eupatorin, und ätherische Öle.

In seiner Heimat Nordamerika gilt Eupatorium perfoliatum als ein altes Volksmittel. Indianer wendeten Durchwachsenen Wasserdost als Aufguss an. Die europäischen Siedler übernahmen das Wissen und hielten Eupatorium perfoliatum im 18./19. Jahrhundert für ein Allheilmittel. Die Pflanze stimuliert z. B. die Widerstandskräfte gegen Virus- und Bakterieninfekte.

Erstaunliches ist in einem Nachschlagewerk aus dem Jahr 1936 im Rahmen einer Epidemie über den erfolgreichen Einsatz von Eupatorium perfoliatum an 200 Patienten zu lesen.

Durchwachsener Wasserdost hat eine schleimlösende und auswurffördernde Wirkung, aber auch tonisierende und abführende Effekte.

In der Homöopathie ist das potenzierte Eupatorium perfoliatum dann angezeigt, wenn sich Symptome periodisch oder durch Bewegen verschlechtern. Eine Besserung tritt dagegen typischerweise ein, wenn man mit dem Patienten spricht oder wenn er sich auf Knie und Hände niederlässt.