Drosera rotundifolia - Rundblättriger Sonnentau

Der Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia) ist eine der bekanntesten Fleisch fressenden Pflanzen mit kleinen weißen Blüten und lang gestielten Rosettenblättern. Sie kann fünf bis 20 Zentimeter groß werden.

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Das Besondere sind die rund 200 haarfeinen, rötlichen Tentakel, die sich auf der Oberfläche der rundlichen Fangblätter befinden und ein klebriges Sekret ausscheiden. Diese Sekrettröpfchen können kleinen Insekten wie Fliegen und Mücken zum Verhängnis werden. Vom vermeintlichen Tautropfen angelockt, wollen die Insekten dort ihren Durst stillen. Doch der Tautropfen entpuppt sich als klebriger Schleim, der das Opfer nicht mehr loslässt. Die Tentakel legen sich um die Beute, die anschließend durch Eiweißabbauende Enzyme verdaut wird.

Seinen Namen hat der Sonnentau von den Sekrettröpfchen an den Blatträndern, die in der Sonne wie Tautropfen glitzern. Beheimatet ist der Rundblättrige Sonnentau in Europa, Asien und Nordamerika - er wächst in Mooren und auf feuchten Heiden bis zu 1800 Meter Höhe und darf wegen seiner Seltenheit heute nicht mehr wild geerntet werden. Deutschlandweit ist er geschützt durch die Bundesgartenschutzverordnung.

Im Sonnentau sind verschiedene medizinisch wirksame Inhaltsstoffe enthalten - nämlich Naphthochirione, Enzyme, Flavonoide und ätherisches ÖL Bereits im 12. Jahrhundert wurden die Krauter von Matthaeus Platearius, einem italienischen Arzt aus der Schule von Salerno, unter dem Namen "herba sole" als Heilkraut gegen Reizhusten beschrieben. Des Weiteren wurde Sonnentau zur Herzstärkung und als Aphrodisiakum, aber auch zur Behandlung von Sonnenbrand und gegen Sommersprossen verwandt. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde Sonnentau gegen Melancholie verabreicht. In den schottischen Highlands lieferte der Rundblättrige Sonnentau früher den Farbstoff für die Farbe Purpur.

Das homöopathische Arzneimittel Drosera rotundifolia, das aus der frischen, blühenden Pflanze hergestellt wird, hat in seiner homöopathischen Heilwirkung einen hohen Stellenwert. Die Umstände, unter denen sich die Beschwerden verschlimmern - in Hahnemanns Heilkunde als Modalitäten bezeichnet - und die für das Mittel sprechen, sind Hinlegen, Warmwerden im Bett, Trinken, Singen und Lachen. Außerdem verschlechtern sich Symptome nach Mitternacht. Wichtig: Die Wirkung von homöopathischer Drosera wird durch das ätherische Öl Kampfer außer Kraft gesetzt.