Aconitum napellus

Die Pflanzengattung Eisenhut (Aconitum) gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Blauer Eisenhut wird auch Sturmhut, Fischerkappe, Fuchswurzel, Giftheil, Kappenblume, Mönchskappe, Reiterkappe, Würgling und Ziegentod genannt. Ursprünglich stammt der Eisenhut aus Sibirien. Doch im Laufe der Eiszeiten hat er sich über Europa, Asien und Amerika ausgebreitet.

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Er wächst bevorzugt in feuchten, nährstoffreichen und schattigen Bergregionen – dort in Wäldern, an Bachufern und auf Wiesen. In den Alpen findet man die unter Naturschutz stehende Pflanze bis zu einer Höhe von 2500 Metern. Im Sommer zeigt sich der Eisenhut mit blau-violetten Blüten, die in dichten Trauben stehen. Die Pflanze wird 50 bis 150 cm hoch und blüht von Juni bis September. Doch Vorsicht! Der Eisenhut ist die giftigste Pflanze Europas. Sie enthält – vorwiegend in der Wurzel und im Samen – das stark wirksame Alkaloid Aconitin. Schon drei bis sechs Milligramm davon können für einen Erwachsenen tödlich wirken. Der Giftgehalt in der Wurzel ist im Winter am höchsten.

In der griechischen Sage wird berichtet, dass der Eisenhut aus dem Speichel des dreiköpfigen Cerberus (Höllenhund der griechischen Mythologie) entstand, als dieser von Herkules aus der Unterwelt geholt wurde. Menschlicher und tierischer Speichel wurden damals für giftig gehalten, und je scheußlicher eine Kreatur war, umso giftiger galt auch ihr Speichel. Im antiken Griechenland war es der Bevölkerung verboten, den Eisenhut anzupflanzen. In der Antike und im Mittelalter waren Giftmorde mit Aconitin sehr häufig. Ein Giftanschlag auf den Propheten Mohammed im 7. Jahrhundert schlug fehl, da er den bitteren Geschmack sofort bemerkte. Er soll aber, so schreibt die Sage, drei Jahre später dann doch an den Folgen des Giftes gestorben sein.

Aus all diesen Überlieferungen ergibt sich, warum der Eisenhut unverdünnt selbstverständlich nicht als Heilpflanze angewendet werden darf. Homöopathisch verdünnt jedoch ist eine Anwendung nicht nur sinnvoll, sondern außerordentlich segensreich! Bis Samuel Hahnemann den homöopathisch verdünnten Wirkstoff 1805 erstmalig prüfte, wurde er in der Medizin nur äußerlich verwendet.

Homöopathen setzen Aconitum bei generell gesunden, vitalen Menschen ein, deren Beschwerden sich rasch entwickeln und mit zunehmender Schwächung einhergehen. Typisch ist eine Verschlechterung von Beschwerden abends und besonders nach Mitternacht, im warmen Zimmer, durch Musik und Tabakrauch, beim Liegen auf der von Symptomen betroffenen Seite und durch trockenen, kalten Wind. Eine Besserung tritt klassischerweise im Freien ein.